Bereits vor meinem Studium war ich zweimal in Australien. Allerdings immer nur für wenige Wochen. Aber in diesen wenigen Wochen habe ich das Land kennen und lieben gelernt. Ich mag die Menschen, das Klima ist super und die Natur ist einmalig. Brisbane ist meine absolute Lieblingsstadt. Immer, wenn ich Down Under wieder verlassen musste, wurde mir bewusst, dass ich gerne länger bleiben würde. Vielleicht für immer!? Mit meinem Postgraduate-Studium habe ich den ersten großen Schritt in diese Richtung gemacht. Seit über zwei Monaten wohne ich an der Gold Coast, genauer gesagt in Southport. Seit fünf Wochen studiere an der Griffith University (Gold Coast Campus). Ich möchte hier meinen Master in Business machen, muss allerdings zuvor das Graduate Certificate of Business erfolgreich bestehen, da ich nicht über ausreichende Wirtschaftskenntnisse verfüge.
Ist das wirklich real?
Anfangs war alles ganz unwirklich. Ich fühlte mich wie bei meinen Australien-Urlauben zuvor. Als ich ankam, wurde mir sofort wieder klar, warum ich hier leben möchte: Es ist warm und sonnig und die Aussies wirken entspannter, lässiger und freundlicher als die Menschen in Deutschland. Man hat das Gefühl, alle Menschen würden fortwährend lächeln. Und dieses Lächeln ist ansteckend. Seitdem ich in Brisbane aus dem Flugzeug gestiegen bin, trage ich ein Lächeln auf meinem Gesicht. Warum auch nicht? Überall wo ich hinsehe, sehe ich schöne Dinge: Palmen, Pools, das Meer und freundliche Gesichter.
Die ersten Erledigungen
Natürlich musste ich mich gleich in der ersten Woche um viele Dinge kümmern. Ganz oben auf der To-Do-Liste stand die zukünftige Unterkunft. Bei meiner Wohnungssuche hatte ich wirklich Glück. Die Ausschreibungen an der Universität waren mir dabei sehr hilfreich und schon bei der dritten Besichtigung hatte ich meine Traumunterkunft gefunden: Sie befindet sich in der Nähe der Universität, ich zahle wöchentlich 100 Dollar, die Anlage hat einen Pool und meine beiden Mitbewohner sind Australier und ebenfalls Studenten an der Griffith University. Beim Unterschreiben des Mietvertrages wurde mir zum ersten Mal klar, dass ich für längere Zeit in Australien bleiben würde. Auch die folgenden Besorgungen zeigten mir, dass ich endlich in meinem Traumland wohne: Ich musste ein Bankkonto eröffnen, was keinerlei Schwierigkeiten machte, da man sich online sehr gut informieren kann und die Bankangestellten sehr hilfsbereit sind. Als nächstes habe ich mir eine Concession GoCard für vergünstigte Busfahrten für Studenten besorgt. Außerdem musste ich mir unbedingt eine Handykarte kaufen.
Mein erster Eindruck von der Universität
Schließlich hatte ich also meinen australischen Mietvertrag, meine australische Busfahrkarte und meine australische Handynummer. Als nächstes musste ich mich um meine zukünftige Ausbildungsstätte kümmern. Der erste Schritt lag darin, sich beim internationalen Studenten-service zu melden und sich sein Starter-Paket abzuholen. Auch die Angestellten der Universität waren sehr freundlich und hilfsbereit. Mir wurde erklärt, wann ich welche Einführungsveranstaltungen zu besuchen hätte und wo ich alles finden würde. Nachdem ich mich im Griffith-Online-Portal angemeldet und mich direkt online für meine Kurse eingeschrieben hatte, wurde es Zeit, den Campus zu erkunden. Schon nach wenigen Minuten war ich sprachlos. Die Griffith University ist keinesfalls mit meiner deutschen Universität, an der ich meinen Bachelor absolviert habe, zu vergleichen. Der Gold Coast Campus liegt mitten im Grünen, ist übersichtlich und sehr gepflegt. Auf dem Campus befinden sich überall für Studenten frei zugängliche Computerräume, die teilweise 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zugänglich sind. Die Bibliothek bietet Ruhezonen genauso wie Gruppenarbeitsbereiche und spezielle Gruppenarbeitsräume, die alle mit Computern ausgestattet sind. Außerdem gibt es in der modernen Bibliothek einen Bereich mit Fernseher und Computerkonsolen: hier konnten beispielsweise die Olympischen Spiele angeschaut und auf der Nintendo Wii nachgespielt werden. Auf dem Campus gibt es einen Computerladen, einen Bücherladen, einen Frisör, eine Post und ein Reisebüro – alle Geschäfte bieten Studentenpreise und wissen genau, worauf es den Studenten ankommt.
Student Guild
Schon nach wenigen Tagen wurde ich Mitglied der Student Guild. Als Mitglied dieser Verbindung erhält man viele Vergünstigungen an der Universität. Beispielsweise bekommt man 12,5 Prozent Rabatt auf die Bücher im Bücherladen auf dem Campus. Auch die Mitgliedsbeiträge für die verschiedenen Sportclubs (Hockey, Tennis, Volleyball, Fußball, u.v.m.) sind verbilligt. Zu den Partys auf dem Campus erhält man kostenlose oder billigere Eintrittskarten. Seit drei Wochen spiele ich Volleyball an der Griffith University und habe dadurch bereits viele neue Leute kennen gelernt. Es wurden verschiedene Teams gebildet und jede Woche spielen wir gegen ein anderes Team. Die Student Guild ist eine tolle Möglichkeit, um viele Studenten kennen zu lernen, Spaß zu haben und Geld zu sparen.
Mein Studium: die ersten Kurse und Klausuren
Um das Postgraduate Certificate innerhalb eines Semesters abzuschließen, habe ich wöchentlich vier Kurse. Das entspricht einem normalen Vollzeitstudium in Australien. In Deutschland hat man normalerweise mehr Kurse, allerdings muss man beachten, dass meine Kurse an der Griffith University jeweils drei Stunden dauern, während ein Kurs in Deutschland in der Regel nur über eineinhalb Stunden geht. Bei vier Kursen bedeutet das zwölf Stunden Unterricht pro Woche. Gleich zu Beginn wurde uns mitgeteilt, dass man als Postgraduate-Student pro Kurs zehn Stunden Arbeitsaufwand pro Woche einberechnen soll – ich habe dementsprechend eine Arbeitswoche von etwa 40 Stunden. Die Dozenten sind sehr hilfsbereit und sprechen so, dass man sie als Nicht-Muttersprachler gut versteht. Das Studium hält mich richtig auf Trab: Schon nach fünf Wochen habe ich meine erste Klausur geschrieben und zwei Essays abgegeben. Mein erstes Referat steht nächste Woche an.
Ausflüge und Freizeit
Zwar gibt es immer etwas für die Universität zu tun, allerdings heißt das nicht, dass ich vergesse meinen Traum zu leben. Gleich zu Beginn meines Aufenthaltes bin ich nach Brisbane gefahren, um meine Lieblingsstadt an einem Wochenende zu genießen. Ich war bereits in Coolangatta und bin dort den Strand entlang spaziert. Natürlich war ich auch in Surfers Paradise – sowohl tagsüber zum Schauen, Fotografieren und Genießen als auch nachts zum Feiern und Leute treffen. Im Currumbin Wildlife Sancturay habe ich Koalas, Kängurus und Wom-bats gesehen. Und an den Wochenenden veranstalte ich mit meinen neuen Freunden, die von überall auf der Welt kommen, des Öfteren ein Barbecue – that’s so Australian. Ich genieße mein Leben in Down Under und freue mich auf die kommenden Tage, Wochen und Monate! Ich lebe meinen Traum – ich lebe in Australien.
Erfahrungsbericht - Carina Bernt
Zu zweit nach Australien zum Studium – Herausforderungen und Vorteile für ein Pärchen
Es heißt immer, zu zweit sei alles leichter. Allerdings trifft das nicht unbedingt zu, wenn man vor hat, zu zweit ein Auslandsstudium in Angriff zu nehmen. In diesem Zusammenhang ist zu zweit Vieles schwerer und das Pärchendasein ist oftmals sogar ein Hindernis für die Vorbereitungen und die Studienzeit Down Under. Allerdings gibt es natürlich nicht nur Nachteile als Pärchen. Die Vorteile überwiegen sogar – man muss die gemeinsame Studienzeit im Ausland und alle damit verbundenen Herausforderungen nur richtig angehen.
Vorbereitungen
Die Schwierigkeiten fangen schon mit den Vorbereitungen an. Als mein Freund und ich uns dazu entschlossen haben, ein Studium in Australien aufzunehmen, mussten wir uns zuerst auf mögliche Universitäten einigen. Diese Entscheidungen waren gar nicht so leicht. Für meinen Freund war Universität A besser, für mich Universität B. Mein Freund wollte eher an die Gold Coast, ich eher in den Süden Australiens. Als wir uns dann endlich für einige Universitäten entschieden haben, an denen wir beide studieren konnten, was wir wollten und in Gegenden, wo wir uns beide wohl fühlen konnten, mussten wir auch noch gemeinsam angenommen werden. Was hätten wir wohl gemacht, wenn einer nicht angenommen worden wäre? Aber schließlich hat alles geklappt. Letztendlich haben wir uns für die Griffith University an der Gold Coast entschieden, von der wir beide eine Zusage erhalten hatten. Mit dieser Entscheidung waren wir beide zufrieden – jetzt konnte das Abenteuer also losgehen.
Wohnungssuche
Als wir dann an der Gold Coast angekommen waren, mussten wir als erstes eine Wohnung finden. Leider war das alles andere als leicht: Studios und Einzimmerapartments sind verhältnismäßig teuer und bieten nicht unbedingt genügend Platz für ein Pärchen, das in der Wohnung auch in Ruhe lernen können muss. Zweizimmerapartments haben sich sofort als für uns unerschwinglich herausgestellt und „No couples“ hieß es in den meisten Ausschreibungen für Wohngemeinschaften. Die Wohnungssuche verlief also ein wenig enttäuschend und schleppend. Vor allem die Ablehnung gegen Pärchen in Wohngemeinschaften kam überraschend oft vor – allerdings ist das auch irgendwie verständlich. Pärchen sind nicht immer die leichtesten Mitbewohner. Aber letztendlich hat sich auch in Bezug auf die Wohnungssuche alles zum Positiven entwickelt und wir haben ein tolles Masterbedroom-Zimmer in einer Wohngemeinschaft in der Nähe der Universität gefunden. Die Vermieter wollten sogar unbedingt ein Pärchen für das größte Zimmer im Haus – logisch, denn ein Pärchen bringt mehr Miete als ein einzelner Student. Man darf nur nicht aufgeben und muss ein wenig Geduld aufbringen, dann findet man auch, was man sucht. Wir hatten Glück und sind sehr zufrieden mit unserem Zimmer, dem ganzen Haus und unseren Mitbewohnern.
Noch einige Tipps für die Wohnungssuche: Bevor man sich auf eine Stellenanzeige meldet, sollte man sich erst einmal über die Lage im Klaren werden. Für Studenten ist die Nähe zur Uni oder zumindest eine sehr gute Busanbindung unbedingt notwendig. Als wir nach einer Wohnung gesucht haben, haben wir festgestellt, dass man sich am besten telefonisch bei den potentiellen Mitbewohnern oder Vermietern meldet – Emails werden meistens gar nicht und wenn dann sehr spät beantwortet, selbst wenn in der Ausschreibung eine Emailadresse angegeben ist. Es ist wichtig, sich beim Besichtigungstermin alles genau anzuschauen und auch Fragen zu stellen.
Freunde finden
Als wir eingezogen waren und das Studium losging, haben wir uns sehr darauf gefreut, neue Leute kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen. Allerdings stellte sich auch hier heraus: wenn man zu zweit auftritt, fällt es schwerer, erste Kontakte zu knüpfen. Andere empfinden Pärchen oftmals als unnahbar und oftmals fällt es ohnehin schwer, fremde Leute anzusprechen – und dann auch noch ein Pärchen? Deshalb haben wir uns vorgenommen, getrennt in die Kurse zu gehen und individuell Kontakte zu knüpfen. Das hat auch prima funktioniert. Mittlerweile haben sich unsere individuellen Freundschaften zu einem kleinen Freundeskreis verbunden. Was uns allerdings auffällt: manchmal wird man anfangs, wenn es sich um neue Freundschaften handelt, als Pärchen ein wenig ausgeschlossen – beispielsweise gehen Singles unter sich lieber ohne ein Pärchen ins Kino. Aber das ist halb so schlimm. Dafür kann man dann die Zeit zu zweit genießen. Es ist also wichtig, dass man, wenn man Down Under als Pärchen gemeinsam an eine Universität geht, individuell auftritt. Man sollte zusehen, dass man die einzigartige Möglichkeit der multikulturellen Hochschulen Australiens nutzt und möglichst viele Freundschaften mit Studenten aus den verschiedensten Ländern und den unterschiedlichsten Kulturen knüpft. Das schafft man allerdings nicht, wenn man immer als Pärchen auftritt und dadurch eher unnahbar wirkt.
Die Vorteile als Pärchen Down Under
Allerdings hat es auch viele Vorteile, nicht alleine nach Down Under – ans andere Ender der Welt – zu reisen. Zum einen kann man sich die viele Arbeit, die man in die Vorbereitungen und in die Wohnungssuche und in sonstige organisatorische Dinge stecken muss, aufteilen und sich somit einiges an Arbeit ersparen. Wenn man dann gemeinsam in Australien angekommen ist, fühlt man sich nicht so fremd und alleine – schließlich hat man immer jemanden Vertrauten an seiner Seite. Was für mich besonders wichtig ist, ist die Tatsache, dass man sich immer beraten kann, wenn man sich unsicher ist. Unsicherheit tritt meiner Erfahrung nach vor allem in den ersten Wochen in einem fremden Land auf – sei es beispielswiese bei der Eröffnung eines Kontos oder bei der Einschreibung in die Kurse an der Universität. Normalerweise kennt man anfangs niemanden in der neuen, vorübergehenden Heimat und hat keine Hilfe. Zu zweit fällt in dieser Hinsicht vieles leichter. Ein weiterer Vorteil liegt in den vielen Couponaktionen, die Australien zu bieten hat. Beispielswiese findet man auf den Rechnungen der großen Supermärkte immer wieder Aktionen wie „purchase one main meal and receive another free“. Diese Aktionen sind für Pärchen besonders toll – wir haben diese Gutscheine schon des Öfteren verwendet und damit viel Geld gespart, was für Studenten ja durchaus wichtig ist. Und außerdem zum Thema Geldsparen: als Pärchen spart man sich einiges an Miete, wenn man sich ein Zimmer teilt. Zwar zahlt man mehr für das große Zimmer als eine Einzelperson, allerdings teilt man sich die Miete ja auch. Das Sparen trifft auch auf die alltäglichen Einkäufe und Belastungen wie für Lebensmittel, gegebenenfalls Sprit und sonstige Dinge zu. Zu zweit kann man alles teilen. Und was man zudem noch teilen kann sind die tollen Eindrücke und Erfahrungen, die man Down Under sammelt. Es ist doch viel schöner, immer jemanden an seiner Seite zu haben, mit dem man all die neuen Eindrücke teilen kann.
Ich bereue es also keinesfalls, zu zweit nach Australien gegangen zu sein. Zwar bringt das Pärchendasein viele Herausforderungen mit sich und erschwert die eine oder andere Sache, aber die Vorteile überwiegen. Wenn man die Möglichkeit hat, ein Auslandsstudium zusammen mit dem Lebenspartner anzugreifen, sollte man diese Möglichkeit auf jeden Fall nutzen. Zu zweit ist es eben doch am schönsten!
Erfahrungsbericht - Tobias Quaas
Australien – ein faszinierendes Land
Bereits zu meinem Studienbeginn stand für mich fest, dass ich unbedingt ein Auslandssemester absolvieren wollte. Der Großteil der Studenten an meiner Heimatuniversität verlässt sich hierbei auf das Erasmus-Programm. Für mich war das zu sehr mainstream, so dass ich nach einer Alternative suchte. Bei Ranke-Heinemann fand ich diese: Australien, ein Land, dass mich immer schon faszinierte, ich aber noch nicht bereist hatte. Die Möglichkeit dorthin im Rahmen meines BWL-Studiums zu kommen bot sich geradezu an.
Vorbereitung
Nachdem die Bewerbung an der Griffith University durch war und ich meinen Studienplatz für das Auslandssemester hatte ging es ans Planen:
Wohnungssuche
Diese gestaltete sich deutlich schwieriger als ich mir gedacht hatte. Auf diversen Internetseiten für Wohnungsangeboten in Brisbane habe ich versucht eine Bleibe für meine 5 Monate zu finden. Dies ist aber quasi kaum machbar, da die Fotos im Regelfall recht schlecht bzw. beschönigend gemacht wurden. Eine Wohnung vorher zu finden ist ein Glücksgriff. Die meisten Kommilitonen, die ich getroffen habe, haben in den ersten Wochen nach einer Wohnung vor Ort gesucht.
Nach ein paar Wochen Recherche im Internet kam dann der Glücksfall für mich: Ein Bekannter vermittelte mich an ein australisches Ehepaar – Einwanderer aus Südafrika. Diese erklärten sich sofort bereit mich sogar für die gesamte Zeit meines Studiums bei sich aufzunehmen. Das größte Problem – eine Bleibe – war damit erledigt.
Tipp: Kangaroo Point bietet für Studenten einige Wohnungen (in Hochhäusern). Diese sind im Regelfall recht neu und gut in Schuss. Die Verkehrsanbindung zur Uni ist auch sehr gut.
Packen - Was braucht man für 5 Monate?
Das war wieder eine gute Frage. Wichtig, was man für Brisbane im dortigen Wintersemester nicht vergessen sollte – einen Regenschirm. Gerade zu Beginn, Anfang März, hat es sehr viel geregnet.
Tipp: Flug mit Emirates, da man hier 30kg mitnehmen darf – und die braucht man; spätestens auf dem Rückflug.
Ankunft
Abgeholt vom Flughafen habe ich erst einmal eine Stadtrundfahrt in Brisbane bekommen. Eine sehr schöne Stadt, die viel bietet. Von Einkaufsmöglichkeiten, über ein Casino zu zahlreichen Bars und Restaurants und natürlich das Fortitude Valley – abends das Partyareal mit zahlreichen Clubs und Bars. Die Stadt hat sehr viel Charme, der gerade durch den Fluss versprüht wird.
Fortbewegung
Nächste Sache war mir eine Karte für den öffentlichen Nahverkehr zu besorgen. Dieser ist recht gut ausgebaut. Jedoch kann man diesen nicht mit europäischen, geschweige denn Münchner Maßstäben vergleichen. Es gibt einige Bahnlinien und zusätzlich hauptsächlich Busse und natürlich die City-Cat.
Die Gesellschaft – Translink – bietet für Studenten Vergünstigungen, sogenannte „Concession-Tickets“ an. Man sollte sich gleich zu Beginn eine Concession-Card besorgen (an allen Schaltern von Translink möglich). Diese kann man mühelos an allen Fahrkartenautomaten aufladen. Zum Nutzen muss man einfach vor dem Ein- und beim/nach dem Aussteigen die Karte „on and off touchen“.
Da ich in einem Vorort von Brisbane gewohnt habe und von der Bahn in den Bus umsteigen musste, um an die Uni zu gelangen, hat die Fahrt zur Uni allerdings recht lange gedauert; die Abstimmung von Bahn auf Bus ist nicht gerade ideal. Wenn man jedoch in der Stadt wohnt ist die Verbindung zum Campus recht gut; vom Stadtzentrum ist man mit dem Bus etwa 15 Minuten unterwegs.
Aufgrund des langen Fahrtweges mit den Öffentlichen habe ich mit nach einem Monat ein Auto zugelegt. Dies sollte man sich ernsthaft überlegen, da man in Australien (außer im Stadtzentrum) geradezu aufgeschmissen ist. Die Entfernungen sind einfach zu weit und wenn man neben dem Studium auch etwas vom Land selbst sehen will, sollte man diese Investition tätigen. Am Besten sollte man versuchen ein Auto „von Privat“ zu kaufen, da das die deutlich günstigere Variante ist. Für 2.000-3.000 AU$ bekommt man dabei auch einen passablen fahrbaren Untersatz.
Lebenshaltungskosten
Meine Miete habe ich mit der bekannten Familie selbst ausgehandelt. Man sollte jedoch mit etwa 600 AU$ pro Monat rechnen. Gezahlt wird übrigens wöchentlich. Die Lebensmittelpreise sind verglichen mit Deutschland um Einiges höher. Für seinen ersten Einkauf (nur das Nötigste) kann man gleich mal mit etwa 200 AU$ rechnen. Das war für mich die größte Überraschung/ Schock. Restaurants sind ebenfalls nicht gerade günstig. In einem für deutsche Verhältnisse „normalen“ Restaurant kostet ein Hauptgang schnell einmal 25-30 AU$. Tipp: Gerade asiatische Restaurants sind hier jedoch billiger, man findet sie überall und das Essen ist sehr, sehr lecker. Die Preise des öffentlichen Nahverkehrs sind ok, sofern man mit einem concession-ticket fährt. Recht teuer sind allerdings Übernachtungen und allgemein Reisen innerhalb Australiens, wenn man Hotels und Motels gegenüber Camping-Plätzen vorzieht.
Insgesamt kann man sagen, dass die Lebenshaltung ähnlich wie in München sind, was die Mieten anbelangt, aber teurer, was Lebensmittel und Reisen betrifft.
Man sollte grob mit etwa 1.200 AU$ je Monat rechnen (inklusive Miete, Lebensmittel und Fortbewegung)
Griffith University – Nathan Campus
Am ersten Tag an der Uni war ich ein wenig verloren. Aufgrund von Klausuren in Deutschland habe ich die Orientation verpasst und somit die Einführung an der Uni. Nachdem ich mein Briefing im International Students Office erhalten hatte, habe ich mich auf Erkundung durch den Campus gemacht. Da Australier aber von Haus aus sehr hilfsbereit sind, war das gar kein Problem. Man kann einfach jeden fragen und sie nehmen sich wirklich auch gleich Zeit und helfen einem. Zu meinem Glück habe ich einen Kanadier kennengelernt, der mich auf dem Campus herumgeführt und mir alles Wichtigste gezeigt hat. Die Vorlesungsräume sind recht großzügig gestaltet und modern eingerichtet. Sehr gute Bedingungen.
Vorlesungen
Ich habe 4 Vorlesungen besucht (das ist dasr normale work-load und gut machbar): International Relations, Introduction to International Business, International Trade & Competition und International Business Ethics & Corporate Governance. Alle vier Vorlesungen kann ich nur empfehlen. Jedoch ist darauf zu achten, dass sehr viele lecturer keine Australier sind, sondern überwiegend aus Asien stammen. Dies führt selbst für Englisch-muttersprachler zu Verständigungsproblemen. Australier mit denen ich Vorlesungen bei einem Südkoreaner und einem Bangladeschi besucht habe, klagten über Probleme diese zu verstehen. Auf der anderen Seite ist das Verhältnis viel lockerer. Auch in BWL kommen die lecturer in Shorts, T-Shirt und Turnschuhen. Sie nehmen sich außerdem immer Zeit, wenn man Fragen oder sonstige Probleme hat. Ein ganz großes Plus im Vergleich zu Deutschland.
Zu jeder Vorlesung wird einem empfohlen die Bücher zu kaufen – die Bibliotheken haben im Regelfall nicht mehr als 1-3 Exemplare, so dass hier praktisch keine Chance besteht eines für zu Hause zu leihen. Da die Preise jedoch mit ca. 100 AU$ je Buch ziemlich hoch sind, habe ich mir nur ein Buch gekauft. Tipp: Wer nicht 400 AU$ am Anfang des Semesters ausgeben will/ kann: In der Bibliothek gibt es einen Bereich mit Präsenzbestand; hier kann man sich Bücher für 2h ausleihen. Falls ein Buch nicht vorhanden sein sollte, einfach zum lecturer gehen und ihn bitten eines anzufordern. Das machen sie gerne.
Die Vorlesungen sind im Ablauf auch anders als in Deutschland: Es gibt nicht das typische final exam, sondern die Note gliedert sich in mehrere Bestandteile auf. In jedem subject schreibt man ein mid-term und ein final exam. Zusätzlich dazu gibt es während des Semesters presentations und essays, die anzufertigen sind. Eine Note gliedert sich somit in 3-4 Bestandteile auf. Dies bedeutet mehr Aufwand während des Semesters, jedoch auch eine größere Streuung des Risikos, so dass die Note nicht nur von einer Klausur abhängt.
Aus meiner Sicht ist durch den höheren Aufwand damit insgesamt das Niveau ziemlich vergleichbar mit dem in Deutschland. Für gute Noten muss man wirklich etwas tun.
Brisbane und „Umgebung“
Brisbane selbst bietet einige Sehenswürdigkeiten. Neben Mount Coot-tha darf man sich eine Fahrt mit der City-Cat nicht entgehen lassen. Außerdem natürlich Southbank, Queensstreet usw. Tipp: Alle paar Wochen findet im Convention Center eine Einbürgerung für „Neu-Australier“ statt. Jeder kann dort hingehen. Es dauert ca. 2h, ist aber sehr interssant und zusätzlich tanzen auch noch Aborigines auf der Bühne – etwas wofür man bei einer Show oder Ähnlichem viel Geld zahlen muss.
Man sollte auf alle Fälle die Wochenenden nutzen, um die „Umgebung“ zu erkunden. Ausflüge nach Surfers Paradise (ca. 1h entfernt), Tamborine Mountains (ca. 1h), Springbrook National Park (ca. 2h), Byron Bay (ca. 2,5h), Stradbroke Island (ca. 1h) Noosa (ca. 2,5 h) und die Eumundi Markets (Mi und Sa) sind dabei nur einige Ziele in der Umgebung, die man besucht haben sollte.
Trips
Im Wintersemester (Semester I) bietet sich das Easter-Break (1 Woche frei um Ostern) für einen Flug in eine andere Stadt an. Ich bin nach Sydney geflogen – muss man unbedingt gesehen haben. Eine tolle Stadt.
Nach Abschluss des Semesters bin ich mit dem Auto die Ostküste entlang nach Cairns gefahren. Eine tolle Strecke und dabei speziell die Stopps in Hervey Bay (next to Frasier Island), Airlie Beach (Trip to Whitsunday Islands ist Pflicht!!!) und Cairns mit den nördlichen Stränden. Absolut eine Reise wert!
Leider habe ich es nicht geschafft nach Melbourne, Adelaide und New Zealand zu fliegen. Dies bietet mir jedoch die Möglichkeit noch einmal zurückzukommen – und das werde ich mit Sicherheit auch machen – Australien ist einfach wunderschön und New Zealand nach Berichten und Bilder von Kommilitonen zu urteilen erst recht.
Australia, I’ll be back!!!
Erfahrungsbericht - Barbara Satola
Eineinhalb Jahre bevor ich im Flieger nach Australien saß, habe ich immer behauptet: „Mich kriegen keine zehn Pferde ins Ausland!“ Ich war viel zu schüchtern und hatte zu viel Angst. Dann aber war ich zufällig auf der Informationsveranstaltung über ein Auslandssemester in Australien und als ich hörte wie viel Auslandsbafög man erhält, dachte ich: Das ist die Chance meines Lebens. Und los ging die Planerei. Ich würde ein Auslandssemester also besonders den Menschen ans Herz legen, die sich eigentlich vor neuen Erfahrungen fürchten, die man alleine bewältigen muss. Ich würde jederzeit wieder nach Australien fliegen.
Ich suchte mir die Griffith University in Brisbane aus, weil ich dort das für mich beste Angebot für Biotechnologie gefunden habe.
Wohnungssuche
In Deutschland buchte ich erst ein Bett im Hostel für die erste Woche. In Australien angekommen suchte ich meine Wohnung vor allem über das Internet (www.realestate.com). Ich fand innerhalb einer Woche eine schöne Wohnung in Salisbury mit fünf weiteren Mitbewohnern über das Internet. Es gibt noch weitere Möglichkeiten: An den Litfasssäulen der Uni hängen Anzeigen und in dem Wohnungsamt für Studenten an der Uni gibt es auch die Möglichkeit sich zu informieren. Ich würde trotzdem jedem empfehlen, sich auch um einen Platz On-Campus zu bewerben. Leider habe ich mich zu spät darum gekümmert. Als ich dort einen Freund besucht hatte, fand ich es wirklich schön. Zudem ist es natürlich sehr praktisch direkt neben der Universität zu wohnen.
Akademisches Angebot
Es gibt eine Vielzahl an biologischen Kursen, die man belegen kann. Da ich mich für Biotechnologie interessiere, habe ich die meisten aus diesem Bereich ausgewählt. Man kann innerhalb der ersten Wochen in Australien noch die Kurse tauschen, wenn einem etwas nicht gefällt.
Meine Auswahl war:
Biotechnology Innovation
Biotechnology Laboratory
Bioprocessing
Microbial Physiology
Molecular and Applied Microbiology
Da ich teilweise die Kurse mit anderen aus Deutschland vergleichen konnte, kann ich behaupten, dass das Niveau niedriger war als in Deutschland (das hatte zur Folge, dass ich mehr Freizeit hatte...). Anders als in Münster im Bereich Biowissenschaften, musste ich an der Griffith University in einigen Kursen Hausarbeiten schreiben. Dies war etwas Neues für mich und es hat mir sehr viel gebracht. Zudem waren die Biologiekurse nicht so überfüllt (ca. 10-20 Menschen) und ich habe teilweise nur mit Australiern studiert, was sehr angenehm war. Anders sieht es beispielsweise im Bereich Business aus: Dort waren die Räume immer voll und die meisten Studenten kamen aus Deutschland oder Asien (so wurde mir berichtet). Da die Kurse in Biologie so klein waren, kannten mich alle Professoren und ich konnte bei Problemen immer Hilfe bekommen. Achja: Anscheinend gibt es an der Griffith University (im Bereich Biologie) keine Bachelorarbeit, die geschrieben werden muss. Jedenfalls hatte ich auch Kurse des sechsten Semesters belegt und die Studenten mussten nur Vorlesungen besuchen und Klausuren schreiben.
Ausstattung und Lage der Universität
Der Nathan Campus der Griffith University liegt im Wald. Es gibt noch weitere Campi, zB einen in der Stadt und einen am Strand. Dort hatte ich jedoch keine Kurse. Es gibt in der Bibliothek des Nathan Campus viele Computer zum Nutzen, die jedoch meist schnell besetzt sind. Abhilfe bieten viele weitere Computerräume, die auf dem Campus in diversen Gebäuden verteilt sind. Die Buchauswahl der Bibliothek würde ich mit der Note 4-5 beziffern: Es gab viele alte Bücher und einige neue, wobei es davon dann nur wenige Exemplare gab. So musste man sich meistens die Bücher selbst kaufen. Die waren dann auch sehr teuer. Jedoch gab es auch ältere Semester, die wiederum ihre Bücher billiger verkauften. Und man kann seine nach dem Semester auch wieder loswerden. Die Ausstattung im Labor war angemessen für die jeweiligen Versuche.
Campusleben
- Es ist schön, wenn ein Truthahn oder ein Waran über den Campus läuft. Ich persönlich bin fast jeden Tag zu Fuß durch den Wald zur Uni gegangen und dabei ist mir unter anderem eine Schlange vom Baum vor die Füße gefallen und zudem habe ich einige Papageien erblicken können. Nachts sieht man Opossums.
- An den Studentenwohnheimen auf dem Campus gibt es BBQ-Stellen. Außerdem einen Club, der besonders dienstags gut besucht wird.
- Es gibt zudem einen Kletterverein namens „Grubs“. Dort kann man anfangs einen kleinen Preis zahlen und danach am Kangoroo-Point in der Stadt klettern. Dazu werden weitere Trips angeboten, wobei man sich nur an den Spritkosten beteiligen muss.
- In den Freistunden kann man seine Zeit entweder in der Bibliothek verbringen oder sich seine Zeit in der Goanna-Lounge vertrödeln, einem gemütlichen Raum mit vielen Liegemöglichkeiten. Dort trifft man jederzeit auf nette bekannte Menschen.
- Für die Auslandsstudierenden wird jeden Monat ein Ausflugsplan vom Auslandsamt verschickt. Dort kann man sich bei Interesse anmelden und z.B. zu einem Nationalpark fahren.
- Eine Mensa wie in Deutschland gibt es auf dem Campus nicht. Dafür gibt es vier Möglichkeiten sich Essen zu kaufen: Eine Kebab- und Salatbar, einen Burger-Imbiss, ein kleines „Restaurant“ und einen Biostand (Hare Chrishna).
Leben in Brisbane
- Telefonieren: Es gibt die Möglichkeit sich eine Sim-Karte zu kaufen von Vodafone oder Optus z.B.. Die Angebote sind sehr gut: Man bezahlt einen bestimmten Preis, erhält aber mehr Guthaben auf das Handy (ich hatte beispielsweise Vodafone und zahlte 29 Dollar, bekam aber 130 Dollar gutgeschrieben). Die meisten meiner Freunde jedoch nutzten Optus.
- Busfahren: Abhängig davon, wie viel man unterwegs ist lohnt sich eine Wochen- oder Monatskarte mehr als ein Tagesticket. Während meines Aufenthaltes wurde die Go-Card eingeführt, die den günstigsten Preis der Fahrt automatisch ausrechnet.
- Einkaufen kann man gut in Garden City. Es ist ein großer Komplex mit allen Geschäften die man sich wünschen kann.
- In der Stadt gibt es häufig kostenlose Auftritte, sei es Musik oder Akrobatik. Außerdem ist der Wochenmarkt in der Valley oder in Southbank auch zu empfehlen.
Unterschiede/Besonderheiten
- Anders als in Deutschland werden Professoren oder höher gestellte Personen mit ihren Vornamen angesprochen. Dadurch entsteht eine angenehmere Atmosphäre und man empfindet die Bindung eher freundschaftlich als fremd.
- Dem Busfahrer wird jedes Mal nach der Busfahrt gedankt.
- Der Sternenhimmel unterscheidet sich grundlegend von dem in Deutschland: Man sieht die südliche Hemisphäre (unter anderem den Skorpion) und zudem ist die Sichel des Mondes oft in einer waagerechten Stellung, sodass der Mond „lächelt“.
Must See/Do
- Es gibt eine kleine Chinatown und eine kleine Party-Straße (Valley) in der Stadt. In Southbank gibt es einen künstlichen Strand und durch den kleinen eingerichteten Park kann man wunderbar spazieren gehen. Brisbane besitzt zwei botanische Gärten und einen Ausblicksort namens Mt Coot-tha, von dem man ganz Brisbane sehen kann.
- Wenn man die Möglichkeit hat zu den Glasshouse Mountains zu fahren, dann ist es für Kletterfreunde auf jeden Fall Wert. Ich konnte dort meine Kletterfähigkeiten unter Beweis stellen und hatte Todesangst, da ich nämlich noch nie so geklettert bin.
- Die Nationalparks in der Nähe von Brisbane sind wunderschön: Springbrook National Park, Binna Burra und viele mehr. Mit Wasserfällen und allem was die Natur bietet. Besonders für Biologen ist es ein Muss.
- Dann gibt es für die Strandliebhaber viele Möglichkeiten: Byron Bay (mein Favorit), die Gold Coast und die Sunshine Coast. Der Weg von der Stadt aus ist relativ weit, man muss mit 2h Zugfahrtzeit rechnen. Angenehmer ist es, wenn man jemanden mit einem Auto kennt.
- In Brisbane gibt es den Steve Irwin’s Australia Zoo und einen Koalapark (in dem man sich ein Foto mit einem Koala schießen lassen kann).
- Das Riverfestival gibt es einmal im Jahr. Wenn man die Möglichkeit hat dabei zu sein, sollte man sie nutzen: Ein riesiges Feuerwerk mit Düsenjet-show wird präsentiert.
- Ansonsten gibt es noch viele kleinere Dinge, die man tun kann: Ich war beispielsweise auf einem Poetry-Slam, habe im Pancake-House einen Pfannkuchen gegessen und einen Doughnut bei Krispy Kreme.
Australien bereisen
Der Mid-Semester-Break ist eine gute Möglichkeit Australien zu bereisen. Und natürlich auch die Zeit nach dem Studium.
Eine gute Möglichkeit eine Reise zu buchen ist mit peterpans (www.peterpans.com). Dort erhält man umso mehr Vergünstigungen, desto mehr man bucht. Zudem kann man dort mit einer Gold-Card oder einem goldenen Bändchen kostenlos ins Internet. Peterpans findet man in so ziemlich jeder Stadt.
Reiseorte die ich empfehlen kann:
- Western Australia (dieser Teil des Landes ist nicht so mit Touristen überfüllt wie der Osten und die Mitte Australiens, es gibt wunderschöne Orte zu besichtigen und die schönsten Strände zu sehen)
- Fraser Island (größte Sandinsel der Welt)
- Whitsunday Island (Segeln)
- Ein Tauchkurs in Cairns mit Prodive
- Uluru (der wohl bekannteste Ort Australiens)
- Sydney (sich nach den Preisen und Plätzen für eine Vorstellung in der Oper zu informieren lohnt sich sehr: Wir konnten am gleichen Tag noch eine Vorstellung sehen. Und wer kann schon von sich behaupten nicht nur bei, sondern IN der Oper gewesen zu sein?) und die Blue Mountains
- Great Ocean Road ab Melbourne oder Adelaide
Was mir der Aufenthalt gebracht hat
Ich bin viel offener und selbstbewusster geworden, dadurch, dass ich ganz auf mich alleine gestellt war. Zudem konnte ich mein Organisationstalent beweisen. Des Weiteren habe ich gemerkt, dass ich lockerer geworden bin: In Australien herrscht unter den Menschen meist eine ruhige „No worries“ Stimmung und durch die Sonne hat man auch ein fröhlicheres Lebensgefühl. Ich hatte mir in Deutschland noch vorgenommen viel zu studieren und fleißig zu sein, was ich normalerweise auch bin. Aber dann hat sich dort alles gewandelt und ich bin viel rumgereist, habe sehr viel gesehen und trotzdem gut abgeschnitten. Ich weiß jetzt auch, dass ich alles schaffen kann, wenn ich es wirklich möchte. Auch meine englischen Sprachkenntnisse haben sich deutlich gebessert.
Kursanerkennung und Notenumrechnung
Mit der Anerkennung hatte ich in Münster keine Probleme. Ich bin vor meinem Auslandsaufenthalt zu dem zuständigen Professor gegangen und habe alles mit ihm geklärt. Als ich wiederkam, rechnete er alles sehr großzügig um. Und die Bescheinigung musste ich nur noch im Prüfungsamt abgeben.
Also, dann wünsche ich euch einen wundervollen Aufenthalt in einem der schönsten Länder der Welt!
Erfahrungsbericht - David Szwarc
Study Abroad an der Griffith Universität im Wintersemester 2007
Der vorliegende Bericht stellt Erfahrungen und Tipps zu einem Auslandssemester in Australien, in Brisbane und an der Griffith Universität dar. Für mein Studium hatte ich mir speziell eine Universität ausgesucht, die bestimmte, auf mein Studium zugeschnittene Fächer anbietet. Dies waren Fächer aus den Bereichen Marketing, Psychologie und Japanologie. In meinem Fall musste ich ein Auslandssemester (verpflichtend laut meinem Studienplan) für mein Studium der internationalen Betriebswirtschaft absolvieren und habe mir die belegten Kurse anerkennen lassen. Die Uni habe ich über eine Spezialveranstaltung des Instituts Ranke-Heinemann in Wien kennen gelernt. Währendessen konnte ich persönlich mit Vertretern der Universität sprechen und mir so einen ersten Eindruck verschaffen.
Hier ist ein Inhaltsverzeichnis der erwähnten Themen:
Reise + Studium
Wann
Womit (Fluggesellschaft)
Ich-packe-meinen-Koffer
Ankunft
Studium + Uni Wahl
Finanzierung
Unterkunft
Wo und Wie
Ein paar Freizeittipps
Australien entdecken
Wohin
Wieviel Zeit
Allgemeine Tipps
Reise + Studium
Wann
In Australien ist das Studienjahr zumeist in 2 Semester (Semester 1: Februar-Juni; Semester 2: Juli-November) unterteilt. 2007 habe ich im 2. Semester an der Griffith Universität in Brisbane, Queensland, studiert. Im 2. Semester nach Brisbane zu fliegen, hatte den Vorteil, dass es letztendlich nicht so kalt war, obwohl es ja zu dieser Zeit Winter in Australien ist. (Tagestemperaturen im Winter betragen etwa 15-25°C; nachts waren es min. 2-10°C. => obwohl es tagsüber schon schön warm ist, sollte man eine warme Unterkunft haben (dazu siehe „Unterkunft).
Womit (Fluggesellschaft)
Flüge nach Australien für einen längeren Aufenthalt bekommt man derzeit ab ca. 1500 Euro; Günstigere Flüge muss man langfristig zumindest reservieren. Sollte man keine Präferenz für eine Fluggesellschaft haben, ist es ratsam den günstigsten Flieger zu nehmen. Spätere Inlandflüge kann man bequem bei VirginBlue, Jetstar oder Qantas buchen. Alternativ könnte man z.B. über Qantas gleich einen Flugpass mit mehreren Flügen buchen (und somit langfristig Erkundungen planen), wofür man gewöhnlich einen Diskont bekommt. Die Flugdauer nach Australien ab Europa liegt bei ca. 24 Stunden (19 bis Darwin). Während meines ersten Australienaufenthaltes 2004 habe ich die letztere Option gewählt (Qantas habe ich als Fluggesellschaft kennen gelernt, die bei Übergepäck entgegenkommend sein kann). Während des Fluges wird man mit einem kleinem Paket versorgt, das Zahnpasta und –Bürste, sowie eine Augenbinde und Socken für den Flug enthält). Ich flog ab Frankfurt über Singapur nach Brisbane. Dieses Mal, 2007, bin ich mit den Emirates geflogen. Das hat dann aber bedeutet, dass man nicht nur in Singapur, sondern auch in Dubai einen Stop-over hat (also zusätzliche 3 Stunden Wartezeit auf dem etwa 26 stundenlangen Flug, wobei man dadurch etwas Abwechslung hat). So etwas, wie das Flugpaket bei Qantas, gab es nicht. Jedenfalls sollte man rechtzeitig den Sitzplatz via Internet reservieren (bei den Emirates 2 Tage vor Abflug).
Ich-packe-meinen-Koffer
Für den Aufenthalt von mindestens 5 Monaten sollte man langfristig planen, was sinnvoll wäre mitzunehmen, da das Freigepäck begrenzt ist. Ich empfehle eine eigene Checkliste anzulegen und diese ständig zu aktualisieren. Hier liste ich einige, aus meiner Sicht, wichtige Dinge auf:
- Wertsachen: Bargeld (AUD und EUR), Führerschein, Pass, Studentenausweis (evtl.), Deutsche Bank Karte (für gebührloses Abheben von Bargeld an allen Westpac ATM’s – Die Deutsche Bank bietet dies derzeitig als einzige Bank an. Man spart sich Bankgebühren). Sinnvoll ist es, eine Kreditkarte zu haben
- Buchung von Flügen/ Hostels, Touren, Mietwagen und Übergepäck beim Rückflug, Versicherungsscheine, VISA printout, Stift und Blankopapier (evtl. ein kleiner Block)
- Nur-für-den-Flug: Nachdem ich nun seit Jahren schon kleine und große Strecken geflogen bin, habe ich eine kleine Liste an Dingen zusammengestellt, die man sich für einen bequemen Flug in der Economy-Class schon mitnehmen sollte: Kissen, Ohrstöpsel (falls man schlafen möchte oder unglücklicherweise neben den Turbinen sitzt), Augenbinde (es ist nie völlig dunkel im Flugzeug; ebenfalls fürs Schlafen), Zahnpasta und -bürste (ersteres entsprechend der Handgepäckregelung verpacken).
- Was man bei der Grenzkontrolle deklarieren sollte: Nachweis für eigenen Laptop (Rechnung mitnehmen; hierbei bietet die Universität auch einige praktische Hinweise).
- Man darf gewöhnlich ein Handgepäckstück und eine Laptoptasche mit sich führen (*unbedingt erkundigen, ob beides mitgeführt werden darf*)
Ankunft
Zumeist lässt sich ein Transport vom Flughafen zur ersten Bleibe über die Universität kostenlos organisieren (bei der Griffith University fand man diese Informationen auf der Webseite unter Accomodation). Auch wenn der Flug verspätet eintrifft und man lange bei der Gepäckkontrolle aufgehalten wurde, wird gewartet. Sollte man die Kollegen übersehen, wartet man einfach in der Halle. Normalerweise sind Leute mit großem Koffer und Rucksack leicht als Studenten identifizierbar.
Studium + Uni Wahl
Ich habe mich an folgenden Punkten orientiert:
- Bietet die Universität „die richtigen Fächer“ an: Ist eine Anerkennung daheim möglich (wenn die Uni detaillierte Kursbeschreibungen anbietet, sollte man diese durcharbeiten und zum Professor des jeweiligen Faches an der Heimatuniversität gehen; glücklicherweise hat die Griffith Universität sehr detaillierte Pläne via Internet angegeben); wie genau sieht der Kursplan aus; Lassen sich bei Fragen die zuständigen Professoren der australischen Universität erreichen; Ist die Prüfungsmodalität fair (prinzipiell ja, aber Vorsicht bei Gruppenseminararbeiten, denn bei großen Gruppen kann die Koordination problematisch werden; zur Not kann man Kurse noch während des Semesters umwählen); Bietet die Uni alternative Kurse für eventuelle Kurs-Wechsel (bis etwa 3 Wochen nach Semesterbeginn) an. Wenn man die richtigen Kurse gefunden hat, muss die Uni noch prüfen, ob man die Voraussetzungen für deren Belegung erfüllt. Das bedeutet: von der eigenen Uni benötigt man ein englisches Transcript, welches das Institut Ranke-Heinemann dann an die Uni schickt. Dies sollte frühzeitig geschehen. Schlimmstenfalls dauert es 3 Monate, bis man endlich alles akzeptiert bekommen hat. Bei mir hat nur die Griffith Universität überhaupt alle Kurse, welche ich benötigte, und auch ohne irgendwelche zeitlichen Überschneidungen angeboten. Insgesamt hat mir die Beratung des Instituts Ranke-Heinemann geholfen, die richtige Universität zu finden, sowie bei der Führung von Korrespondenzen zur Uni und die Vorbereitungen für das Study Abroad zu treffen.
-Welchen „Bekanntheitsgrad“ hat die Universität. Für Arbeitgeber in Australien könnte das Studium an bekannten Unis (Monash, Melbourne Uni, Uni of Queensland, uvam.) schon ein ausschlaggebender Indikator sein. Die Absolvierung eines Semesters ist natürlich nicht so effektiv, wie die Absolvierung eines ganzen Studiums. Manche Unis sind auch bekannter für Forschung oder naturwissenschaftliche Fächer und bieten so eventuell mehr Professionalismus an als „Bekanntere“.
- Nicht zuletzt stellt der Studienbeitrag auch ein wichtiges Kriterium dar. Bekanntere Unis behalten sich natürlich vor, einen Premium-Preis zu verlangen. Hier muss man wirklich bei den Kursen nachhaken, ob die so gut sind und in die eigene Studienplanung passen. Man will ja das eigene Geld möglichst gewinnbringend investieren. In Sachen Study Abroad sollte man auch bedenken, dass so ziemlich alle Unis eine Art „Flatrate“ verlangen. Man zahlt mehr als domestic students, kann sich sein Studienpaket dafür aber recht freizügig zusammenstellen (Kursanforderungen, -zeiten und -inhalte beachten).
- Im Nachhinein: Bei meinen Studieninteressen hatte nun die Griffith Universität als einzige die richtigen Kurse (ohne zeitliche Überschneidungen) angeboten. Viele Unis haben aus meiner Sicht vergleichsweise wenige Informationen zu ihren Kursen angeboten. Als Student kann man sich aber prinzipiell auf eines einstellen: In Australien ist die Zahl der australischen Studenten rückläufig. Eine wichtige Strategie ist demnach möglichst attraktiv für Studenten aus dem Ausland zu wirken (Study abroad und full program students). Folgendes konnte ich demnach auf der Griffith Universität beobachten: Für ausländische Studenten (Study Abroad) gab es verschiedene Programme und Veranstaltungen, über die man sich auch übers Internet informieren konnte. Ob man auch wirklich mit Australiern studiert ist dann so eine Sache: Ich musste feststellen, dass in Kursen für Wirtschaft eigentlich zum größten Teil Asiaten waren. In Kursen der Profession Psychologie hingegen sitzen fast nur Australier. In Sprachkursen (Japanisch) lag die Verteilung etwa bei 50%. Da kommt man nach Australien um zu studieren und Australier kennenzulernen und findet weit und breit kaum welche…
Finanzierung
DAAD: Wenn man gerade an einer wichtigen Arbeit schreibt und den Aufenthalt in Australien damit in Verbindung setzen kann, steht einem diese Option zur Auswahl. Näheres unter www.daad.de . Auf ein Stipendium kommen mindestens 10 Bewerber.
BaföG: Ganz gleich ob man bisher Bafög beziehen konnte, kann sich jeder um eine Förderung bei Vater Staat bewerben. Zu dem Freibetrag, der fast die Studiengebühr eines Semesters abdeckt, gibt es (je nach Fall) noch eine reguläre Förderung (pro Monat, welche einkommensabhängig ist). Auch hier gilt: Nur wer fragt, bekommt eine Antwort. Die Arbeit mit den Formularen war es wert. Natürlich muss man beim „Bafög-Amt in Marburg“ auch darlegen, welche Relevanz das Auslandssemester für das eigene Studium hat. Da in letzter Zeit Änderungen am Bafög vorgenommen wurden, ist eine genauere Prüfung der aktuellen Anforderungen nötig. Jedenfalls müssen alle Unterlagen bis zu einer Deadline in Marburg angekommen sein. Man sollte die Unterlagen etwa 6 Monate vorher einreichen und dann nach und nach vervollständigen. Die amtliche Prüfung der Unterlagen und Voraussetzungen dauert schon einige Wochen. Im Rückblick stelle ich fest, dass die Mitarbeiter des Studentenwerk Marburgs sehr hilfsbereit sind.
In Punkto Gesamtkosten für ein Auslandssemester sollte man mit schon damit rechnen noch einmal so viel Geld parat zu haben, wie man für die Studiengebühren bezahlt hat, also insgesamt etwa 10.000 Euro.
Unterkunft
Wo und Wie
Man hat zwei Möglichkeiten: Entweder man meldet sich für eine On-Campus Accomodation (frühzeitig bewerben! Mindestens 6 Monate vorher). Dies hat viele Vorteile: Nähe zur Uni (Verwaltung, Bibliothek und Kurse sind schnell erreichbar), die Verkehrsanbindung ist zumeist besser als woanders. Man sollte doch allerdings darauf achten, dass, wenn der Campus weiter weg vom Stadtzentrum oder von Supermärkten liegt, die Kantinen unerhört-monopolisische Preise für eine wenig abwechslungsreiche Kost verlangen.
Alternativ organisiert man sich anderswo eine eigene Unterkunft. Man kann sich ein Zimmer oder eine Wohnung mieten, in eine WG gehen; man kann aber auch einen Homestay nutzen.
Erstere lassen sich im Raum Brisbane oder sonst wo in Australien z.B. über www.realestate.com finden. Hier muss man bitte im Hinterkopf behalten, dass die Vermieter recht schlau sind. Die Mietpreise werden pro Woche berechnet. Man kann fest mit 100 AUD/Woche rechnen. Die Wohnung sollte nicht weiter als 15 Minuten zur Uni sein (Bus-/ Zuganbindung für Brisbane siehe www.translink.com). Zu weit vom Stadtzentrum sollte es auch nicht sein, denn man will ja ab und zu einige Touren unternehmen und die starten zumeist in der Stadt (oder man fährt selbst per Bus/Bahn). Vom Zentrum aus kommt man natürlich auch am Leichtesten zum Flughafen.
Selbiges gilt auch für die Homestay-Variante. Bei beiden Unterkunftsmöglichkeiten sollte man darauf achten, was an variablen Kosten anfällt (Heizkosten, Wäschewaschen, Internet, Strom, Wasser [Wassersparmaßnahmen erlauben beispielsweise nur 4 Minuten Duschzeit am Tag!]). Manche Unterkünfte sind möbliert, andere nicht. Im Winter sollte man auch in Brisbane eine gut isolierte Unterkunft haben oder einen Heizlüfter (für alle Fälle). Im Winter 2007 hatte es viel geregnet und daher war es schon etwas frischer als man es sonst in Australien gewöhnt war). Vertraglich verlangen einige Vermieter, dass man mindestens 3 Monate bleibt, was in Ordnung ist, wenn die Unterkunft OK ist. Zumeist wird auch eine Kaution verlangt; Diese habe ich am Ende vom Vermieter ausgezahlt bekommen, doch es ist auch üblich, dass man diese über einen bürokratischen Weg zurückbekommt. Für das Geld (180AUD+), welches ein Homestay kostet, kann man auch in einer sehr guten Unterkunft in der Nähe der Stadt wohnen und prima interessante Lebensmittel kaufen (tropische Früchte, australischen Fisch…). Sollte man die australische Kultur kennen lernen wollen, so bekommt man die besten Kontakte auf der Uni, bei Reisen oder einfach wenn man die Augen offen hält. Für typische australische Kost gibt es gute Kochbücher in den Buchhandlungen. Das eigene Geld ist bei Touren oder fürs Ausgehen viel besser angelegt als bei einem gewöhnlichen Homestay.
Eine gute Unterkunft zeichnet sich dadurch aus, dass sie ein gutes Lernklima bietet (ruhig, helles Zimmer), sauber, verschließbar und sicher ist. Zu weit von öffentlichen Verkehrsmitteln sollte sie wirklich nicht liegen.
Ein paar Freizeittipps
Telefonieren: Mit einer Mobiltelefonkarte ist man bestens bedient. Will man ins Ausland telefonieren, benutzt man idealerweise Skype. Aber Achtung wegen der Internetverbindung: Nicht jede Unterkunft bietet eine schnelle Verbindung oder nicht jeder Vermieter hat eine Flatrate und lässt einen grenzenlos surfen. Für Videotelefonie benötigt man eine gute Verbindung. Besonders für das Studium ist der Zugang zum Internet unabdingbar, weil alle Informationen online abrufbar sind.
Sport: Das Sportangebot von Universitäten ist ziemlich groß, weil Sport an sich einen hohen Stellwert in Australien hat und ist daher leicht zugänglich für Studenten.
Australien entdecken
Ein spannender Teil des Study Abroad war für mich nicht nur die Umgebung Brisbane während des Studiums kennen zu lernen, sondern einen weitaus größeren Eindruck von Australien während meiner Freizeit zu erhalten. Dafür eignet sich die Zeit vor dem, bzw. nach dem Semester oder in dem Mid-Semester-Break. Gelegentlich kann man auch am Wochenende etwas unternehmen.
Wohin
Für die Erkundung der Umgebung rund um den Studienort empfehle ich die Info-Zentren in der City oder die Webseite der jeweiligen Stadt, bzw. des Staates. In einer Buchhandlung oder bei einem Newsagent bekommt man einen Stadtplan und los geht’s auch schon. Persönlich habe ich gute Erfahrungen mit Reiseführern gemacht (z.B. von Lonely Planet), aber Vorsicht: wenn der Reiseführer 3 Jahre alt ist, stimmt alles nicht mehr unbedingt!
Wieviel Zeit
Man prägt sich Landschaften, Orte und Leute desto besser ein, je länger man sich dort aufhält. Daher sollte man den sicheren Favoriten schon etwas Zeit zuteilen. Beispielsweise lassen sich Hotel/YHA Buchungen (ein paar Tage vorher) noch umbuchen. Daher empfehle ich auch Telefonnummern von Unterkünften immer dabei zu haben, wenn man kurzfristig kleine Umbuchungen vornehmen möchte.
Allgemeine Tipps: Sollte man kurzfristig ein Wochenende frei haben, kann man sich einen günstigen Ausflug zusammenstellen. Zugpreise sind beispielsweise konstant. So konnte ich einen Tag vor Abreise eine Fahrt mit dem „TiltTrain“ nach Rockhampton buchen. Ein Hostel findet sich eigentlich immer leicht via Internet (und telefonischer Anfrage). Auch das Busunternehmen Greyhound Australia bietet verschiedene preisgünstige Touren an. Natürlich kann man einen Mietwagen nehmen. Für Tourenbuchungen gibt es in Deutschland sog. Aussiespezialisten (Reisebüros, die auf Australien spezialisiert sind). Vorab konnte ich von dem mich betreuenden Reisebüro viele praktische Hinweise und Tourinformationen, sowie allgemeine Tipps erhalten. Ich plante meine Tasmanientour per Skype mit dem Reisebüro und meine Eltern zahlten die Preise in Deutschland (Mietwagen, Tagestouren, Unterkünfte).
Für mich hatte das Auslandssemester eine Bedeutung in vielfacher Hinsicht. Es hat meine Augen für neue Sachen geöffnet. So habe ich zum Beispiel ein ganzes Stückchen Selbstständigkeit dazu bekommen, ganz andere Leute kennen gelernt ein gutes Marketing Thema für meine Diplomarbeit gefunden – da ich danach gesucht habe. Geschenkt wurde einem aber recht wenig und man musste ab und zu wirklich aufpassen, damit man nicht über den Tisch gezogen wird. Den erfolgreichen Abschluss meines Auslandssemesters verdanke ich nicht zuletzt der guten Planung. Das Institut Ranke-Heinemann stand mir Fragen jederzeit mit praktischen Ratschlägen bereit. Dafür möchte ich mich hiermit noch einmal bei allen Mitarbeitern bedanken.
Erfahrungsbericht - Claudia Wätzel
Luck is when opportunity knocks and you answer
1. Organisation meines Auslandsstudiums und Tipps für andere Studenten
2. Study Abroad im Studiengang »Design« an der Griffith University, Brisbane , Australien (Queensland)
3. Persönliche Weiterentwicklung
1. Organisation meines Auslandsstudiums und Tipps für andere Studenten
“Du wolltest doch schon immer im Ausland studieren“, meine Freundin ruft vom anderen Ende Deutschlands an, um sich zum wiederholten Male zu erkundigen wie es mir geht. Nach einem schweren Trauerfall in meiner Familie und der Bekanntgabe der Scheidung meiner Eltern habe ich mich gerade wieder soweit erholt, dass ich Kraft habe, mich für mein anstehendes Praktikum zu bewerben, doch welch’ Idee unterbreitet Sie mir?
Die beste meines Lebens! Sie hatte sich für einen Masterstudiengang an einer Partnerhochschule beworben und da wir uns in der Ausbildung kennen gelernt haben, sah sie eine Möglichkeit sich nach langer Zeit wieder zu sehen. Sie informierte mich, dass ich nur noch eine Woche Zeit hätte, um mich bei den australischen Universitäten zu bewerben und - da ich finanziell bereits seit langem vom Bafögamt unterstützt werde - könnte ich mich doch auch um ein Stipendium des DAAD bemühen. Hatte ich doch zwischenzeitlich erfolglos versucht, die ausländischen Kontakte der Hochschule Wismar, der Professoren oder des Auslandsamtes zu nutzen, die in meinem Bereich allerdings sehr dürftig waren, bedeutete dieses radikale Eigenrecherche. Schließlich war ich bereits im 6sten Semester bei normalerweise 8 Semestern Regelstudienzeit. Australien! Seit einiger Zeit verfolgte ich bereits den Werdegang dreier Studenten meines Studienganges, alles was ich wusste, war das Sie allesamt höchst zufrieden auf hohem Niveau ihre Ausbildung dort unten fortsetzen. Seit März sog ich zusätzlich alle Insiderinformationen auf die ich aus zwei Newsletter aus Australien und Neuseeland erhielt (bei Interesse Email an info@australien-news.com), da beide Länder schon immer ein Traum von mir gewesen sind. Australien, man kann ja mal gucken! Das erste was ich tat, war eine alte Notiz aus einem Gespräch mit einer der momentan dort Studierenden zu suchen, sie enthielt die beiden hilfreichen Adressen von GOstralia und des Ranke-Heinemann Instituts. Im Vergleich erschien mir das Institut Ranke-Heinemann - die Vertretung des Australischen Hochschulverbundes IDP Education Australia und
die Vertretung aller neuseeländischen Universitäten in Deutschland und Österreich - seriöser und bessere Referenzen zu haben. Ich informierte mich ausgehend von der Datenbank des Institutes über das Angebot und den Standort der Hochschulen und fragte einen weiteren Studenten des benachbarten Studienganges nach seinen persönlichen Eindrücken. Diese Mischung aus grundlegender Information der Datenbanken, Recherche auf den jeweiligen Seiten der Hochschulen (erwies sich leider bezüglich der Inhalte oft als schwierig), Recherche in den Erfahrungen anderer mit Hilfe der Foren des Institutes, nächtlichen Telefonanrufen aufgrund der Zeitknappheit (8Std. Zeitverschiebung nicht zu vergessen), und persönlichen Gesprächen mit bereits Vorortgewesenen half mir innerhalb von kürzester Zeit zu der engen Auswahl zweier Schulen - die University of the Sunshine Coast und die Griffith University (neben der Swinburne University in Melbourne die beste in meinem Studiengebiet). Beide boten die Möglichkeit zusätzlich zum Studium einen begleitenden Praktikumsanteil in einem Betrieb zu absolvieren, so würde ich keine Zeit verlieren und sogar noch einen weiteren Aspekt vor Ort - das reale Arbeiten - kennen lernen können. Da Praktika in Australien eher ungewöhnlich, wenn dann nur unbezahlt und äußerst schwer aus dem Ausland zu finden sind, bewarb mich also für ein „Study abroad with internship“ an beiden Universitäten.
Ich kann niemandem empfehlen die Organisation eines Auslandsaufenthaltes mit einem so knappen Zeitrahmen zu starten, aber jedem versichern, dass es mit ein bisschen Bemühen um die richtigen Unterlagen trotzdem möglich ist! Aufgrund der Zeitknappheit musste ich meine Auswahl wegen der Erforderlichkeit von Toefl oder anderen Sprachzertifikaten auf Universitäten beschränken, die den DAAD-Test erfordern. Zudem forderte die University of the Sunshine Coast Englisch-Abiturnoten von mindestens 8 Punkten, die ich mit meinen 7 Punkten leider knapp nicht erfüllte. Da ich aber seit Verlassen der Oberstufe mein Englisch sowohl in der Ausbildung wie auch in der Hochschule intensiviert habe, legte ich der Bewerbung Kopien meiner Noten aus der Zwischenzeit und eine Referenz meiner Englischprofessorin bei - sie nahm auch den DAAD-Test mit mir ab, schließlich war ich ihr bereits gut bekannt. Bei der Vervollständigung der Unterlagen half mir eine sehr kompetente Mitarbeiterin des Institutes mit all meinen aufgeregten Fragen. Am meisten machte es mir Probleme meinen noch deutschen Lebenslauf auf eine englische CV (Curriculum Vitae) umzustellen und einen aussagekräftigen englischen LoM (Letter of Motivation) zu schreiben - schließlich war mein oberstes Ziel neben der intensiven Studienerfahrung in einem anderem Land und der berufsqualifizierenden Aspekte anderer Studienschwerpunkte die englischen Sprachkenntnisse zu verbessern. Mit Hilfe meiner Freundin, die ja schließlich denselben Prozess bereits durchlief, meisterte ich es allerdings mittels Emailaustausch beidem einen guten Ausdruck zu geben. Da ich aufgrund meiner jahrelangen Tätigkeit für die Hochschule Wismar sowohl aus studentische Hilfskraft sowie auch als politisch engagiertes Fachbereichsratsmitglied einen guten Kontakt zu unseren Professoren und dem Sekretariat pflege, war es sogar aufgrund der Abwesenheit der Fachbereichsdekanin möglich ein detailliertes Empfehlungsschreiben und die Bestätigung über die wahrscheinliche Anerkennung der australischen Studienleistungen zu erhalten. Ersteres habe ich nach der Versendung der komplett im Original doppelten Bewerbung noch selbst für die Hochschulen übersetzt. Die Übersetzung des Vordiplomschreibens wurde zwar übernommen, aber die Auflistung aller bis dahin abgelegten Kurse brachte die Schwierigkeit mit sich, das unsere Hochschule leider keine in englisch Übersetzung bereitstellt. So musste ich mir hierfür eine qualifizierte Übersetzerin suchen, die auch befugt ist, die Korrektheit der Daten zu bestätigen. Jedes Dokument brauchte einen Bestätigungsstempel auf Echtheit. Was für ein Gerenne! Aber am Ende der Woche war alles fristgerecht zum Ende des März auf dem Weg zum Institut, die netten Damen dort würden die weiteren Schritte kostenfrei übernehmen. Welch eine Erleichterung, schließlich kannten sie bereits ihre Ansprechpartner und das genaue Prozedere.
Am 5. April erhielt ich die Information, dass die Unterlagen vollständig angekommen und bereits weitergeleitet sind, zudem wäre mit einer Bearbeitungsfrist der Unis von ungefähr 6-8 Wochen zu rechnen. Zeitgleich vervollständigte ich meine Bewerbung für den DAAD, glücklicherweise konnte ich einige der Unterlagen auch gleich hierfür verwenden. Danach hieß es warten, warten, warten. Und da ich mich nicht auf diese Chance verlassen wollte, intensivierte ich auch zeitgleich meinen Plan b, ein Praktikum in den Niederlanden zu absolvieren, schließlich ist es das letzte Muss meiner Studienzeit, wenn ich die letzten Projekte und Wahlpflichtkurse absolviert habe.
Am 27. April kam dann mit einem Tag Abstand die Zulassung von beiden Unis. Welche Erleichterung, konnte ich mich doch nun entscheiden und so fiel meine Wahl auf die von vornherein aufgrund größerer Angebotsvielfalt, qualifizierter Lehrkräfte in allen Fachbereichen und längerer Tradition präferierte Griffith University. In Mitten des Herzen von Brisbane, einer 2 Millionen Stadt an der Ostküste, erschien mir das belebte Klima einer modernen Großstadt eine gute Inspiration zu sein und die beste Vorraussetzung das australische Leben kennen zu lernen. Erst wenn man die CoE (Confirmation of Enrolment) - die Bestätigung, dass man für den jeweiligen Zeitraum eingeschrieben ist - seiner Wunschhochschule erhält, kann man ein Visum beantragen. Dies bedeutete, die Studiengebühren, die auch einen Gebührenanteil für die OSHC (Oversea Health Cover - eine australische Basispflichtkrankenversicherung) enthalten, in der enormen Summe von rund 5.100 Euro schnellstmöglich zu überweisen. Das hierfür geliehene Geld hoffte ich - zumindest anteilig - entweder vom zuständigen Bafögamt in Marburg oder mit Hilfe eines Daad-Stipendiums zurückzahlen zu können. Allerdings waren beide Anträge erst auf dem Weg! Aber ohne ein Risiko würde sich mein Traum nicht erfüllen können. Am 2.Juni erhielt ich dann bereits die CoE, ohne die ich keinen Flug gebucht hätte. Für diesen holte ich mir dann 3 Angebote ein, da ich dem Bafögamt beweisen musste, dass ich den günstigsten Flug nehmen werde. Explorer Fernreisen (040-3097900), Fairlines (040-441456) oder STA Travel (069-74303292 mit Niederlassung in HH) kamen in Frage und boten mir Flüge ab 1.111,- € aufwärts an. Mein Abflug sollte schließlich kurz vor der am 17. Juli beginnenden Orientation Week sein, eine Woche zum Kennen lernen der Studienbedingungen, voller Seminare zum „Mitschreiben“ lernen und Einleben. Am 15. Juni erreichte der Brief der OSHC mich, mit dem ich dann auch mein Visum beantragen konnte - ohne OSHC kein Visum für Studenten und dieses war nötig bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten. Es würde gute 150 Euro kosten und als digitale Mail versandt ausgedruckt bei der Einreise vorgezeigt werden. Die Bearbeitungszeit wird bei Schülern und Studenten so kurz wie möglich gehalten und die Dauer auf die Studienzeit plus einen Monat ausgestellt.
Währendessen ich auf mein Visum wartete, erhielt ich vom DAAD die Mitteilung, dass ich ein Kandidat der Warteliste sei, sollte jemand anderes sein Stipendium nicht annehmen (können), würde ich wieder informiert werden. Diese Spannung musste ich wohl aushalten, wusste ich doch nicht einmal wie viele Wartekandidaten es noch gab oder was ich machen würde, wenn es nicht funktioniert. Doch glücklicherweise erreichte mich kurz vor Abflug noch die Bestätigung, dass ich per Nachrutschverfahren ausgewählt worden sei. Dieser Brief kam am 12. Juli, so auch die Email mit der Visumsbestätigung, am 15. sendete ich vor meinem Abflug am Abend die letzten Unterlagen zum Bafögamt nach Marburg. Meine Annahmeerklärung und die Bestätigung der Hochschule, dass es kein Abkommen gibt oder warum man nicht in Frage gekommen wäre, würde ich bereits aus dem Ausland via Vorabscan per Mail und per Original - wenn ich eine feste Adresse hätte - versenden. Der DAAD sprach mir vorerst wartend auf Zahlungen des Bafögamtes 256 ,- € zu, ein Auslandsversicherungspaket wurde netterweise zusätzlich komplett übernommen.
Die Zeit in den letzten Wochen überschlug sich, Prüfungen wollten natürlich auch noch gemacht werden, die Wohnungsweitergabe an eine Zwischenmieterin, Vertragsklärungen, Familien- und Freundesabschiede standen an. Ohne meinen so hilfreichen Freund und meine Mutter hätte ich wohl den Kopf verloren, alle waren sehr verständnisvoll. Sie unterstützten sehr, dass ich zum ersten Mal für länger ins Ausland gehen werde.
Überhaupt kann ich nur jedem raten so früh wie möglich Augen und Ohren offen zu halten, um im Bedarfsfalle die richtigen Kontakte, Ansprechpartner und gegebenenfalls auch Sprachen parat zu haben und auf sich auf jeden Fall kurz mit der in Frage kommenden Hochschule in Verbindung zu setzen, um die Studienmöglichkeiten auszuloten. Auch die Finanzierung ist nicht zu unterschätzen. Hatte ich doch - noch ohne genau zu wissen wofür - eine helfende Summe für Träume dieser Art angespart, brauchte ich am Anfang doch starke finanzielle Unterstützung von Bekannten, da alles vorfinanziert werden musste.
Nach dem langen Flug endlich in Brisbane angekommen (und rund 50 Stunden unterwegs), fehlten leider nur noch meine Koffer zum Glück. Ich hatte mich zu Hause für eine Woche im Central Hostel in der Innenstadt Brisbanes angemeldet, sollte ich früher eine Bleibe finden, würde man mir das Geld zurückzahlen. So habe ich dann noch schnell etwas Frisches zum Anziehen gekauft, da meine erste Einführungsveranstaltung bereits am ersten Tag war. Wachzubleiben war zwar die ideale Vorraussetzung gegen einen Jetlag, aber am Nachmittag konnte ich mich dann kaum noch auf den Beinen halten. Nach diesem Marathon-Pflichtmontag, boten sich täglich allgemeine Einführungskurse an, mein Department hatte allerdings nichts Spezielles zu bieten. Nachdem mein Koffer am nächsten Tag ankam, hatte ich genügend Zeit mich auf die Wohnungssuche zu begeben - welches am Tag des Semesteranfangs schwierig sein sollte. Ich klapperte alle Aushänge ab und rief in Frage kommende Möglichkeiten an. Unter +61419674242, der Vermieter heißt Hoeg in der Roger Street findet man immer was, allerdings kosten diese fully-furnished WG-artigen Zimmer auch immer 160 AUD pro Woche. Zum Glück hatte ich den guten Tipp bekommen, auf den Wohnungssuchserviceseiten der UQ (University of Queensland) nachzusehen. Der UQ Accomodationserver spuckte auch tatsächlich eine Adresse in meinem Wunschstadtteil Westend aus (unter www.ourbrisbane.com kann man sich ausführliche Informationen über die Stadtteile einholen). 110 AUD warm wöchentlich in einem Zimmer mit Queensize-Bett (1,40 m breit) in einem australischen Familienhaus hörte sich gut an und so wurde ich abends netterweise zum Kennen lernen vom Hostel zum Essen abgeholt. Die Chemie stimmte, das Zimmer auch, so fand ich mich am nächsten Tag in einer vierköpfigen Familie mit zwei Mädchen im Alter von 12 und 14, die die halbe Woche lang mit im Haus lebten, wieder. Zu meiner großen Freude bot man mir auch noch ein Fahrrad zur Benutzung an, mit dem ich in den folgenden Monaten jede auch nur erdenkliche Strecke in dem mancherorts San Fransisco ähnelndem Ort. 20 Minuten zu Fuß zur Hochschule, 5 Minuten mit dem Rad, eine Internetflatrate zu Hause um z.B. via Skype Kontakt nach Hause und zu meinem Freund halten zu können und sehr liebe Mitbewohner mit denen ich viele anregende Diskussionen über kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die australischen Gaumenfreuden auf vegetarisch teilen und mein Englisch schleifen konnte, alles in allem ideal. Mit Owen, Kelly, Svea und Zena stehe ich noch heute im Kontakt! Vielen Dank an sie, die mich in anstrengenden Stunden mit rauchendem Kopf aushielten und mir manchmal sehr hilfreich im Übersetzen meiner englischen Konzepte geholfen haben.
In meiner Freizeit versuchte ich meine sportlichen Aktivitäten aus Deutschland weiter auszubauen, so nahm ich rege am Segelangebot der Hochschulen teil, wo ich schnell neue Freunde fand. Da ich mich darüber hinaus für die Kultur der Aborigines interessierte, erhielt ich von Freunden den Tipp das Aboriginal Cultural Center in Inala aufzusuchen. Hier verbrachte ich insgesamt fünf intensive Nachmittage und Abende und durfte auf unterschiedlichen Veranstaltungen jenseits der Touristenströme in diese faszinierende Kultur eintauchen. Obwohl es keine öffentliche Einrichtung ist, ist Bary, der Manager des Centers, ernsthaft interessierten Menschen gegenüber immer bereit das Center zu öffnen. Bei allen Menschen die mir während meines Aufenthaltes besonderes ermöglicht haben, habe ich mich stets mit einer CD selbstgeschossener Fotos bedankt.
2. Study Abroad im Studiengang Design an der Griffith University, Brisbane , Australien (Queensland)
Als zweitgrößte Universität Brisbanes hat die Griffith University einen separaten Standort - das Queensland College of Art, welches aus den Bereichen Design, Animation, Arts und Photography besteht. Alle Studiengänge werden im Bachelor- und Masterverfahren angeboten, welches bedingt durch den Projektaufbau im Masterbereich die einmalige Möglichkeit gibt, z.B. einen Bachelor in Design und einen Master in Photography zu machen. Das Kurssystem enthält wie in Deutschland auch bestimmte Pflichtmodule, so genannte „compulsaries“ und freiwillige Wunschkombinationen („electives“). Hierbei ist es den einheimischen Studenten nicht so einfach möglich aus Bereichen des benachbarten Faches zu wählen, die Wahl muss grundsätzlich mit dem zuständigen Fachbereichsleiter abgesprochen werden. Bei der Wahl meiner Fächer habe ich mich fachbereichsübergreifend zu Fächer entschlossen, dessen Inhalte entweder meinen Studienschwerpunkt vertiefen oder in dieser Form in meiner Heimatuni nicht angeboten werden. Allerdings musste ich vor Ort von meiner ersten Wahl Abstand nehmen, da man mich zwar in die gewünschten Kurse eingeschrieben hatte, aber nicht gemerkt hat, dass sich zwei zeitlich überschneiden. An einem weiteren kulturinhaltich geprägten Kurs konnte ich leider nicht teilnehmen, da die Anzahl der Bewerbungen an der QCA so gering ausfielen, dass er nur an der Gold Coast angeboten wurde. Diese ist allerdings räumlich derart entfernt, dass ich es zu einem weiteren meiner Kurse zeitlich nicht geschafft hätte. So verbrachte ich in den ersten Wochen also verstärkt Zeit damit, aus den Kursen weitere in Frage kommende herauszufinden. Hierbei half das Gespräch mit den zuständigen Professoren außerordentlich, da sie mir auf meine Wünsche hin zu- oder abraten konnten und ich den hochinteressanten Kurs „Colour in Context“ des Bereiches Art ansonsten nicht gefunden hätte. In diesem lebte ich später z.B. in Form einer Studie zu den „Heritage Colour Codes“ in der Architektur des Stadtteiles Westend mein kultur-geschichtliches Interesse aus. Ich adaptierte die Farbcodes des geschichtlichen Hintergrundes auf ein zu erstellendes Corporate Design für einen Carpender, der ausschließlich mit recyceltem Holz dieser Region arbeitete.
Da meine Bemühungen um ein Praktikum in den Niederlanden erfolgreich waren und ich im März für ein halbes Jahr in der weltweit hochangesehenen Kreativagentur BBDO in Amsterdam in der Grafik-Design-Abteilung beginnen sollte, wollte ich mit dem Studienaufenthalt in Australien sowohl im Englischen sicher werden wie auch eine zusätzliche berufliche Qualifikation erreichen. Diese Möglichkeit bot sich mir in der Wahl des Kurses „Digital Animation Techniques“, der in dieser Art nicht an meiner Heimathochschule angeboten wird. Anspruchsvolle Storyboardgestaltung und Ausführung in den speziellen Computerprogrammen würden mich ideal für eine zukünftige Zusammenarbeit mit Animateuren vorbereiten.
Für den vorab gewählten Wunschkurs „Experimental Photo Techniques“ musste ich mich mit im Vordiplom erworbenem Basiswissen qualifizieren. Da er auf photochemischen Prozessen mit Hilfe des Sonnenlichtes basiert, dehnte sich der zeitliche Einsatz dieses Kurses besonders zum Ende auf jede zu erhaschende Sekunde Sonnenlicht aus und förderte die Gruppenarbeit ungemein. In ihm baute ich die intensivsten Beziehungen zu meinen Mitstudenten auf. Auch das Ergebnis war eines der besten, dreimal 10 und einmal 9 Punkte entlocktem meinem Lecturer ein „Superb“! Mit den entstandenen Werken plane ich im Moment eine Ausstellung.
Mein Hauptaugenmerk lag während des Studiums auf einem bereits vorabgewählten Kurs. „Communication Design 3“ verlangte mit einer doppelten Credit Pointanzahl von 20 enormen zeitlichen Einsatz für die unterschiedlich gewichteten vier Projekte dieses Faches. Obwohl die Credits für meine Anrechnung zu Hause nicht von Belang sind, geben Sie doch eine Leistungsorientierung und einen Zeitrahmen vor. Dieser Kurs entsprach perfekt ergänzend meinem Studienschwerpunkt Kommunikationsdesign, hier konnte ich mit intensiver Recherche von meinen bereits in Deutschland erworbenen Kenntnissen profitieren. Mit Präsentationsstärke, Konzepttiefe und Einfühlungsvermögen wurde so im Anschluss an das Semester sogar eines meiner Projekte, an dem 45 Studenten in Konkurrenz teilgenommen haben, in die Tat umgesetzt. Zusätzlich erhielt ich als Abschluss dieses Kurses einen Letter of Recommendation, da mein Notendurchschnitt bei fast 100 % Leistung lag. Der Lecturer dieses Kurses war auch kein Professor, mit seiner äußerst konstruktiven Arbeitsweise und seinem Arbeitsalltag in internationalen Agenturen als Background allerdings ideal.
Assessments mit unterschiedlicher prozentueller Gewichtung der einzelnen Arbeitsschritte, Zwischenbeurteilungen der Professoren UND der Studenten empfand ich zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig. Vergleichend mit dem deutschen Studium fiel mir die schnelle Arbeitsweise auf, im Positiven sorgte sie für einen besseren Vergleich mit den Bedingungen der realen Arbeitswelt, nachteilig empfand ich und die anderen Studenten den Zwang zur Oberflächlichkeit aufgrund der Assessmentdichte von bis zu vier in einem Semester. Zudem wurde in allen Fächern großer Wert auf die gemeinsame Präsentation gelegt, was ein verspätetes Abgeben, wie es an meiner Heimatuni möglich ist, zur Blamage macht. Sehr positiv fiel mir die studentische Bewertung der Studenten an der jeweiligen Fachkraft auf, dieses Bewertungsverfahren wird wahrscheinlich auch gerade wegen der auch für australische Studenten recht hohen Studiengebühren am Ende jedes Semesterabschnitts durchgeführt. Zudem sind die betreuenden Lehrkräfte sehr hilfreich - auch im persönlichen Gespräch - auf uns ausländische Studenten eingegangen, aber auch in der für Konsultationen vorgesehenen Zeit wurde progressiv unter in Bezugnahme der anwesenden Studenten diskutiert. Die gegenseitige Kritik floß sogar anteilig in die Bewertung ein - davon kann man in Deutschland gerne noch etwas lernen.
Anstelle von Einführungskursen mit Themen wie „Erfolgreiches Mitschreiben“ hätte ich mir vor Ort gerne mehr Hilfe zum Zeitmanagement gewünscht. Da man als deutscher Student natürlich erst einmal alles gleich gut schaffen und möglichst viel mitnehmen möchte, setzt man sich gern zu sehr unter Druck mit Dingen, die in der Bewertung nur einen geringen Anteil ausmachen. Nach meiner Erfahrung empfehle ich jedem zwei Semester im Ausland zu absolvieren. Alle persönlichen Investitionen in das Kennenlernen der Studienbedingungen und das soziale Umfeld entwickeln sich erst im ersten Semester, auch kann man die Qualität des Lehrangebotes erst nach einem Semester wirklich übersehen und den Bedarf für sich persönlich einschätzen. Als kleiner Wehrmutstropfen ist in diesem Zusammenhang auch die Angliederung eines fachbezogenen Praktikums auf der Strecke geblieben, da dieses in der universitätsansässigen Agentur stattfinden sollte, nach Leistung der Studenten aber erst nach der Hälfte des Semesters entschieden wurde, ob man ins Praktikum gehen dürfte. Es hätte einen zeitlichen Umfang gehabt, der ein Nicht-Bestehen der anderen Kurse zur Folge gehabt hätte, da die vorgesehenen Tage u.a. mit den Kursen des anderen Fachbereiches abgedeckt waren. Auf einen Hinweis in diesem Zusammenhang hätte ich mich im Vorherein sehr gefreut. Da ich allerdings zwei Zusagen für Praktia in den Niederlanden erhalten hatte, konzentrierte ich mich lieber auf die mir angebotenen Studieninhalte und führte alles zu meinem Bestmöglichen aus. In der Zeit des Praktikums werde ich nun die Prüfungen der australischen Hochschule noch einmal abnehmen lassen müssen. Da dieses erst in der nächsten Prüfungsperiode sein wird, kann ich noch keine abschließenden Ergebnisse mitteilen. Allerdings habe ich mich bereits vor dem Auslandssemester bei den in Frage kommenden Professoren diesbezüglich versichert. Das ich mir anstelle der Mindestpflicht von 30 Punkten 50 aufgebürdet habe, lag an meinem persönlich großen Interesse am Angebot, wurde allerdings aufgrund des Arbeitsumfangs oft als wahnsinnig abgetan. Ich kann allerdings nur sagen, das jedes einzelne Fach mir persönlich und fachlich entscheidend weitergeholfen hat und es sogar mehrmals zur produktiven Nutzung des im anderen Fach Erfahrenen kam.
Zum Schluss möchte ich noch auf zwei Hilfsmittel meiner australischen Hochschule hinweisen, die den Ablauf sehr erleichtert haben. Zum einen gibt es in der Griffith für jedes Fach eine „Course Outline“, die äußerst transparent die Inhalte, das Assessment- und Benotungssystem und die nötigen Zusatzinformationen wie die Kontaktdaten des Professors bekannt gibt. Leider erhält man diese Informationen erst wenn man für den jeweiligen Kurs bereits eingeschrieben ist, doch diese helfen ungemein als Semesterstudienleitfaden. Zum zweiten bekommt man als Student der Griffith nicht nur eine Student Email, mit Hilfe der man von seinen Professoren oder der Verwaltung angeschrieben wird, man erhält auch Zugang zu einem persönlich eingerichteten Portal, welches alle Informationen zu den gewählten Kursen, das zusätzliche Arbeitsmaterial und alle Assessmentregelungen enthält.
3. Persönliche Weiterentwicklung
Zusammenfassend möchte ich betonen, wie sehr das Auslandssemester nicht nur meinem Studienerfolg zu Gute kam. Es hat mir persönlich den Rücken gestärkt und gezeigt, dass ich mit meiner Berufung auch unter veränderten sozialen und sprachlichen Bedingungen erfolgreich sein kann. Das mehrmalige Auffordern meiner Lektoren doch nach meinem Abschluss wiederzukommen, klingt noch in meinen Ohren. Ich werde auf jeden Fall eine mehrjährige Anstellung im (mindestens europäischen) Ausland anstreben. Persönlich hat mir die veränderte Umgebung über einen schweren Zeitpunkt meines Lebens hinweggeholfen und die persönlichen Beziehungen zu Familie und Freunden durch die Entfernung sogar kostbarer gemacht. Distanz relativiert vieles und öffnet durch intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und dem Leben anderer in tiefen Gesprächen sowie durch gesunde Fremdeinschätzung völlig unbekannter Personen neue Sicht- und Lebensweisen. Mit großem Respekt vor dem Fremden, aber jeder Menge Offenheit bin ich aufgebrochen und durfte auch neben dem Studium das Land und seine Menschen intensiv erleben, wofür ich sehr dankbar bin.
Ich danke ganz herzlich dem Institut Ranke-Heinemann, die mir dieses Auslandssemester durch die wichtige Hilfe im Bewerbungsverfahren und darüberhinaus ermöglicht haben.
Claudia Wätzel
Erfahrungsbericht - Katharina Kurschat
Hallo, ich bin Katharina und habe vor kurzer Zeit ein Master-Studium an der Griffith University (Gold Coast Campus) in Queensland, Australien begonnen. Ich möchte kurz erzaehlen, wie es dazu kam und welchen Eindruck ich bisher von meiner neuen Umgebung habe.
Da ich durch ein Bachelor-Studium in Sydney (1997-2000) bereits Studienerfahrung in Australien hatte, wusste ich, dass das Bildungsniveau dort sehr hoch ist. Nach meinem Abschluss wollte ich jedoch erst einmal für einige Zeit arbeiten, um eventuell später ein weiteres Studium aufzunehmen.
Dieser Zeitpunkt kam im November 2004 – eine Zeit, die für mich beruflich wie privat eine Wende darstellte. Nach 6-jähriger Berufserfahrung spürte ich, dass die Karriereperspektiven in meinem derzeitigen Job in Deutschland begrenzt waren. Soeben hatte ich allerdings ein gutes Stellenangebot für eine leitende Position in einer anderen Firma erhalten. Obwohl ich dieses Angebot durchaus reizvoll fand, ließ mich der Gedanke an ein Aufbaustudium in Australien nicht los.
Bei meinen Recherchen im Internet zu Studienmöglichkeiten in Australien wurde ich auf die Webseite des Instituts Ranke-Heinemann aufmerksam. So erfuhr ich von einer Messe australischer und neuseeländischer Universitäten , welche in Kürze an verschiedenen deutschen und österreichischen Universitäten stattfinden sollte. Sofort fasste ich den Entschluss, mit dem Institut Kontakt aufzunehmen und eine dieser Messen zu besuchen. Dank das gut organisierten Messe-Programms war es möglich, sich persönlich beraten zu lassen und einen Eindruck von jeder einzelnen anwesenden Hochschule zu bekommen. Ich war überzeugt davon, wieder in Australien zu studieren – das Schwierigste war nun die Auswahl der Universität!
Nach langem Überlegen entschied ich mich für die Griffith University in Queensland, da diese für meine erwünschte Fachkombination (Hotel- und Tourismus-Management) das beste Angebot hatte. Darüber hinaus war die Vorstellung, Tourismus in einer klimatisch so angenehmen Umgebung zu studieren, natürlich sehr reizvoll!
Was mich überraschte, war der Umfang der Betreuung durch das Institut Ranke-Heinemann. War ich 1997 bei der Studienplatz-Suche für mein Bachelor-Studium in Sydney noch fast völlig auf mich allein gestellt, so war es nun eine Erleichterung zu erfahren, dass der gesamte Anmeldeprozess sowie die Kommunikation mit der Universität vom Institut Ranke-Heinemann übernommen wird. Nach der Zusage durch die Universität gab es daher nicht mehr viel Organisatorisches zu tun: ich musste lediglich mein Studentenvisum beantragen (was inzwischen recht schnell und problemlos mit der E-Visa-Methode per Internet moeglich ist) und konnte mich dann ganz den Reisevorbereitungen widmen.
Die Griffith University selbst war auch bereits vor der Abreise sehr zuvorkommend, indem sie mir hilfreiche Prospekte und Weblinks zur Vorbereitung auf mein Studium zur Verfügung stellte. So konnte ich bereits einen Eindruck von meiner zukünftigen Universität bekommen und sogar mit Professoren und administrativem Personal per Email Kontakt aufnehmen, um mehr über mein Programm zu erfahren. Es gab sogar die Option, sich im Studentensekretariat vorab nach Unterkunftsmöglichkeiten zu erkundigen – auf diesem Weg habe ich auch meine Wohnung in Queensland gefunden!
Und jetzt bin ich hier! Noch immer kann ich es kaum glauben. Obwohl ich Australien bereits gut kenne, ist mir diese Region relativ unbekannt. Das Land ist einfach wahnsinnig groß, so dass man auch nach Jahren immer wieder Neues entdecken kann. Die Landschaft ist herrlich – ich habe sogar ein Fahrrad gekauft, um sie besser kennenzulernen. Es gibt gute Radwege, und Fahrräder sind oft gebraucht von anderen Studenten oder im Handel erhältlich. Das ist auch eine gute Möglichkeit, zur Universität zu kommen und sich gleichzeitig fit zu halten.
Die erste Woche an der Griffith University heißt nicht umsonst “Orientation Week“! Da das Gelände recht umfangreich ist (und mein Campus ist nur einer von insgesamt fünf der Griffith University!), musste ich mich erst einmal zurechtfinden. Die Formalitäten beim elektronischen Einschreiben in das Studienprogramm sind auf den ersten Blick auch etwas verwirrend. Zum Glück gibt es überall Wegweiser sowie freundliche Menschen, die gern weiterhelfen. Ein ganzes Gebäude wurde speziell für internationale Studenten eingerichtet, und man fühlt sich sofort willkommen! Einmal kam ich durch Zufall am internationalen Büro vorbei, und die Vorsitzende nahm sich spontan die Zeit, einen anderen internationalen Studenten und mich zu fragen, ob wir uns wohl fühlen und sie uns irgendwie helfen könne. Wie waren sehr überrascht, denn sie telefonierte gerade, aber sie sagte einfach, sie könne die Person auch später noch anrufen. Es ist gerade diese herzliche Natur der Australier, die immer wieder aufs Neue motiviert und begeistert – sicherlich ein wichtiger Grund, warum Australien als Studien- wie als Urlaubsland so beliebt ist.
Natürlich gibt es Momente, in denen es schwierig ist, z.B. weil man die vertraute Umgebung vermisst, aber das ist völlig normal. Es hilft in diesen Situation, sich daran zu erinnern, dass es den anderen Studenten ganz genauso geht. Hinzu kommt ein umfangreiches Freizeitangebot mit verschiedenen Clubs, so dass es wirklich kein Problem ist, schnell Kontakte zu knüpfen – mit interessanten Menschen aus aller Welt! Die Zusammenarbeit in Gruppen ist ein fester Bestandteil des Studienprogramms, denn so werden Studenten optimal auf den internationalen Arbeitsmarkt vorbereitet. Ich bin derzeit in einer Projektgruppe mit Studenten aus Finnland, Peru und China. Gerade in einem Studienfach wie Tourismus ist es faszinierend zu erleben, wie Menschen aus verschiedenen Ländern denken und kommunizieren.
Waehrend ich dies hier schreibe, bin ich in meiner fünften Woche an der Griffith University. Bisher gefällt mir das Studium sehr gut. Der fachliche Anspruch ist recht hoch, was auch gut ist, denn so weiss man, dass sich die Studiengebühren auszahlen. Der Stoff ist sehr konzentriert, so dass es wichtig ist, seine Zeit gut zu organisieren. Manchmal frage ich mich wirklich, wie ich allen Anforderungen gerecht werden kann, aber die Betreuung, sowohl im fachlichen als auch im sozialen Bereich, ist einmalig. Es gibt immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Hilfe zu bekommen. Die Bibliothek bietet sogar kostenlose Seminare an, in denen wertvolle akademische Kenntnisse vermittelt werden, z.B. Computerkurse, so dass man immer auf dem aktuellen Stand ist.
Es ist eine tolle Erfahrung, sich sowohl beruflich als auch persönlich weiter zu entwickeln. Die Auseinandersetzung mit einer neuen Umgebung, Kontakte mit Menschen aus aller Welt, traumhafte Reisemöglichkeiten und natürlich ein international anerkannter Abschluss – das sind nur einige der Gründe, warum ich ein Studium in Australien nur weiterempfehlen kann. Ich bin schon jetzt überzeugt davon, dass die Entscheidung, hier zu studieren, absolut richtig ist und freue mich auf ein spannendes Jahr.
Erfahrungsbericht - Inga Devermann
Auslandssemester an der Griffith University Gold Coast Campus, Queensland
Verfasserin: Inga Devermann
Von Juli bis November 2006 absolvierte ich ein Auslandssemester an der Griffith University Gold Coast. Insgesamt kann ich diese Zeit sehr positiv bewerten. Mich begeisterte nicht nur der australische Lifestyle, sondern auch die universitäre Ausbildung. In dem folgenden Bericht möchte ich gerne von meinen Erfahrungen berichten.
Nachdem ich mich für ein Studium in Australien entschieden hatte, musste ich feststellen, dass von meiner Heimatuniversität Trier keine Partnerschaft zu einer australischen Uni besteht. So musste ich mir den Aufenthalt auf eigene Faust organisieren. Schnell stieß ich auf die Webseite des Instituts Ranke-Heinemanns. Die Möglichkeit eines Messebesuchs konnte ich leider nicht wahrnehmen, aber allein durch die Internetseite sowie kompetenten Ansprechpartnern erwies sich die Bewerbung und Organisation des Auslandaufenthaltes als relativ einfach. Schwierig war lediglich die Auswahl der richtigen Universität. Nach langem Überlegen entschied ich mich für die Griffith University in Queensland, da diese im Tourismus-Bereich ein umfassendes Angebot hatte, der DAAD-Sprachtest für die Bewerbung ausreichte und die Gold Coast ein attraktives Lebensumfeld bietet. Das Institut Ranke-Heinemann kann ich wirklich jedem weiterempfehlen. Ich hatte das Gefühl, dass die Beschäftigten sich wirklich gut auskannten und dadurch professionell beraten konnten. Der gesamte Bewerbungsprozess lief über das Institut, ohne dass dabei irgendwelche Kosten entstanden. Nach der Zusage durch die Universität gab es daher nicht mehr viel Organisatorisches zu erledigen. Ich beantragte über das Internet mein Studentenvisum sowie Auslandsbafög und buchte einen Flug. Über die Homepage der Griffith University konnte ich das Kursangebot entnehmen und mich ohne weitere Probleme für Kurse anmelden (wenn man sich im Nachhinein noch um entscheidet ist das meistens problemlos möglich).
Außerdem nahm ich das Angebot einer temporären Unterkunft für die ersten drei Nächte an. Dadurch stand ich gleich in Kontakt zu anderen Griffith Studenten und konnte so sogar meine spätere Mitbewohnerin finden. Dennoch würde ich diesen Service nicht wieder nutzen, da das Hotel sehr teuer war und ich vor Ort sicher auch kurzfristig günstiger in einem Hostel untergekommen wäre (in Australien ist das gar kein Problem).
An der Griffith University gab es das Angebot, dass für Wohnungssuchende eine Art Taxi zur Verfügung stand. Jeder Griffith Student hatte die Möglichkeit Wohnungsbesichtigungstermine zu vereinbaren (Anzeigen über Internet oder schwarzes Brett an der Universität gefunden) und dann fuhr eine Person vom Studentenwerk zu der gewünschten Adresse. Dadurch erhielt man einen guten Einblick, welche Wohnungsmöglichkeiten es gibt und konnte darüber hinaus weitere Kontakte schließen. Wenn die Ansprüche nicht allzu groß sind, dürfte es eigentlich keine Probleme bei der Wohnungssuche an der Gold Coast geben. Neben privaten Wohnungen und Häusern besteht auch die Möglichkeit in privaten und öffentlichen Studentenwohnheimen unter zu kommen.
Ich persönlich würde immer wieder eine Wohnung spontan vor Ort suchen. Es war eigentlich kein Problem etwas möbliertes zu finden und wenn man sich die Wohnungen, Vermieter und Mieter persönlich anschaut erhält man ein besseres Bild.
Ich habe in Southport gewohnt. Ein kleiner Nachbarort von Surfers Paradise. Dadurch bestand für mich die Möglichkeit mit dem Fahrrad zur Universität zu fahren, aber auch die Taxikosten nach Surfers (Party- und Touristenhochburg an der Gold Coast) bezahlen zu können. Der Strand war gut mit dem Fahrrad erreichbar (ca. 15 Minuten), mit dem Auto 10 Minuten. Zum Fahrradfahren muss ich sagen, dass die Fahrradinfrastruktur zwar weitgehend besteht, das Fahrradfahren an sich aber ein sehr schlechtes Image hat. So findet man die Aussies selbst kaum auf dem Rad. Im Gegensatz zu Deutschland besteht außerdem Helmpflicht. Ich persönlich hatte Glück, da meine Mitbewohner sich ein Auto gekauft haben (sehr billig im Unterhalt und laufenden Kosten) und ich so nicht allein auf Fahrrad und ÖPNV angewiesen war.
Das Studieren selbst hat mir sehr gut in Australien gefallen. Ich studierte mit dem Schwerpunkt Tourismus und besuchte außerdem Sprachkurse und spezielle Veranstaltungen für internationale Studenten. Besonders gut hat mir der Kurs „Australia Today“ gefallen, bei dem ausländische Studenten einen guten geographischen, historischen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Überblick von Australien erhalten. Diesen Kurs würde ich jedem Gaststudenten empfehlen. Begeistert war ich außerdem von den Spanischkursen, die aufgrund von kleinen Gruppen, intensiven Sprachübungen und vielseitigen Unterrichtsmethoden sehr effektiv waren. Ich besuchte außerdem noch einen Englischkurs und zwei Tourismuskurse. Ich konnte mir ohne große Probleme drei Kurse in Deutschland an der Uni Trier anrechnen lassen und kann daher auch nur jedem empfehlen die Zeit zu nutzen, um im Studium einen Schritt voran zu kommen. Der Unterricht ist schulischer als an meiner Heimatuniversität in Trier gestaltet. Der fachliche Anspruch war recht hoch. Die Gruppen waren kleiner und es wurde sehr viel Wert auf eigenständiges Arbeiten, Teamworkfähigkeiten und strategisches Denken gelegt. Der Stoff war sehr konzentriert, so dass es wichtig war, seine Zeit gut zu organisieren. Begeistert war ich von der fachlichen wie auch sozialen Betreuung. Es gab immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Hilfe zu bekommen. Ich würde jeder Zeit wieder zum Studium nach Australien gehen.
Die Griffith University verfügt über sehr moderne Hörsäle, Seminarräume und eine gut ausgestattete Bibliothek. Die Universität ist mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Auto ohne Probleme zu erreichen. Allerdings muss man für die Autoparkplätze bezahlen.
Wie ich es auch von meiner deutschen Uni kannte besteht auch an der Griffith University die Möglichkeit Sportkurse zu wählen oder in verschiedenste Gruppe einzutreten (ich bin diesem Angebot aber nicht nachgegangen).
Leicht nachteilig erweist sich die Lage der Universität. Wer eine Uni in direkter Strandnähe erwartet, wird leider enttäuscht werden. Die Uni liegt weiter im Landesinneren (ca. 10 km von Surfers Paradise). So kann es teilweise etwas problematisch sein abendliche Vergnügungsveranstaltungen in Surfers Paradise, Nachmittage am Strand und Vormittage an der Universität miteinander zu vereinen und man muss Abstriche machen (ich persönlich habe zur Lösung dieses Problems den Wohnstandort in Southport gewählt).
Ich lebte zusammen mit anderen internationalen Studenten in einem Haus und daher unternahmen wir viele Aktivitäten in der Region zusammen. Neben zahlreichen Strandausflügen besuchten wir das ca. eine Stunde entfernte Wildlife-Sanctuary in Currumbin (sehr zu empfehlen um einen Überblick über das australische Tierreich zu erhalten), erkundeten das Hinterland der Gold Coast, entdeckten Brisbane, verbrachten ein verlängertes Wochenende auf Fraser Island (ca. 5 Stunden mit dem Auto), ein Wochenende in Byron Bay (ca. 2 Stunden entfernt) und ein Wochenende im Nationalpark Tenterfield. Ich würde alle diese Ausflüge wieder machen. Ein persönliches Highlight war ein mehrtägiger Trip zu den Whitsunday Islands. Über die Frühlingsferien bin ich mit einigen Freunden hochgeflogen (mit den Low-Cost-Airlines Jet-Star und Virgin Blue kann man unheimlich günstig in Australien fliegen). Wir suchten uns spontan einen günstigen Segeltörn aus und verbrachten eine unvergessliche Zeit am Great Barrier Reef.
Finanzieren konnte ich mir diese unvergessliche Zeit über Auslandsbafög. Ich musste zwar lange auf mein Geld warten (ca. 4 Monate) aber letztlich hat das Bafög-Amt Marburg sowohl die Studiengebühren (bei mir ca. 4000 Euro) als auch den Flug und monatliche Lebenshaltungskosten von ca. 500 € übernommen.
Nach Australien habe ich die Nähe zu Neuseeland und Fiji genutzt und bereiste die Destinationen ebenfalls. Auch diese Entscheidung habe ich nicht bereut und kann es nur ganz stark empfehlen.
Durch mein Auslandssemester konnte ich den faszinierenden australischen Lifestyle erleben. Die Aussies die ich kennen lernen durfte, haben sich nur sehr selten gestresst, haben eine sehr lockere, freundliche und herzliche Art! Mir hat die Zeit in der australischen Sonne und in unmittelbarer Nähe zu einem fantastischen Strand sehr gut getan. Fasziniert war ich insbesondere von der Hilfsbereitschaft der Australier, den unvergleichbaren Wellen (ideal zum Surfen) und der Lautstärke der Vögel. Darüber hinaus konnte ich neue Lehr- und Forschungsansätze an der Universität kennen lernen und meinen individuellen Blickwinkel erweitern.
Ich persönlich hatte keine schlechten Erlebnisse während meines Aufenthalts und würde jeder Zeit wieder fliegen.
Abschließend kann ich nur jedem Raten (insbesondere Bafögempfängern: Nutzt diese Möglichkeit, solange es sie noch gibt) einen Auslandsaufenthalt in Australien über das Institut Ranke-Heinemann zu absolvieren. Die neue Umgebung, die internationale Kommunikation, traumhafte Reisemöglichkeiten und nicht zuletzt die gute universitäre Ausbildung sind nur einige Gründe, die für ein Studium in Australien sprechen.
Ehemalige und derzeitige Studierende treffen sich im 4A Club.
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